25
Nov
09

Rheinbrücke Wesel

Über den Fluss und in die Stadt

Das schrieb ich vor etwa einem Jahr:
Gestern bin ich zwei mal über die Rheinbrücke aus Stahlträgern gefahren, immer die im Bau befindliche neue Brücke im Blick, die nun deutlich Kontur annimmt. Es ist abzusehen, dass es das schönste Nachkriegsbauwerk in Wesel wird, weithin sichtbar und der Kreisstadt würdig. Diese Brücke wird alles in den Schatten stellen, was nicht so schwer ist, da es sonst kaum etwas architektonisch  Herausragendes in Wesel gibt.

Drei Brücken

Das Besondere bei diesem Brückenbau, neben den technischen Besonderheiten, über die man sich gut und ausführlich informieren kann, einschließlich geführter Besichtigungen, ist die Tatsache, dass hier 3 Brücken aus unterschiedlichen Zeiten zu sehen sind, nebeneinander. Die zur Zeit noch benutzte Stahlträgerbrücke war als Provisorium 1953 eingeweiht worden, da auch die Rheinbrücke den Bomben auf Wesel zum Opfer gefallen war und hat bei steigendem Verkehrsaufkommen erstaunlich lange ihre Dienste getan. Von dieser Brücke über Rhein und Lippe aus ist die steinerne ehemalige Eisenbahnbrücke von 1873 zu sehen, ebenfalls zerstört im Bereich über dem Rhein. Wer Verbotsschilder und Brennnesseln nicht scheut, hat nach einer kurzen Klettertour von der Plattform einer der Brückenpfeiler einen sehr guten Blick auf den Neubau. Hier steht dann das wildromantische gegen die kühle Konstruktion eines uferverbindenden, zuverlässigen architektonischen Kunstwerks. 
Ich freue mich auf die erste Fahrt über diese Brücke, weil ich gerne Flüsse überquere und trotz allem immer mal gerne nach Wesel fahre. Immerhin will Wesel als Stadt nicht mehr scheinen als sein.

Alte Eisenbahnbrücke

25. November 2009

Jetzt ist es bald soweit. Die neue Brücke wird in Kürze befahren werden, wann genau, scheint von geheimnisvollen Faktoren abzuhängen, angekündigt war es für Ende Oktober, nun soll es Ende November sein, vielleicht auch Mitte Dezember. Aber sicher wohl noch in diesem Jahr.

nur noch kurze Zeit

Ich habe ein letztes Foto von den beiden Brücken gemacht, bald wird das Widerlager der alten Brücke abgerissen werden, dann auch die ganze Brücke. Seltsamerweise beschleicht mich etwas Wehmut dabei, wie immer bei alten, zuverlässigen Dingen, die lange dazu dienten, das Leben zu vereinfachen. Gut, dass die Neue so schön ist. An Zuverlässigkeit zweifelt heute niemand mehr. Vor der Einweihung einer Duisburger Rheinbrücke mussten noch alle Müllwagen der Stadt beladen diese Brücke testen. Ich weiß nicht mehr, ob die Rettungsdienste am Ufer standen.
Bei dieser Weseler Brücke konnten wir alle sehen und mitverfolgen, wie sie nach und nach zusammengesetzt wurde. Das schafft Vertrauen. Optisch ist das Bauwerk für mich schon fester Bestandteil der Niederrheinlandschaft. Sie ist ein Gewinn, in jeder Hinsicht.
Mehr Info hier:
http://www.nrbw.de/

25
Nov
09

Bild des Tages 25.11.

Fußgängerzone Wuppertal

24
Nov
09

Bild des Tages 24.11.

...vor dem Fall...

23
Nov
09

Bild des Tages 23.11.

von meinem Rechner gezeichnet

Der PC hat ungefähr 12 Minuten gebraucht, diese Zeichnung aus einem meiner Fotos zu ersellen. Das Programm heißt Dynamik Auto Painter. Hier das Video dazu:

http://www.computerbild.de/videos/Dynamic-Auto-Painter-Software-macht-Gemaelde-aus-Fotos-4682195.html

22
Nov
09

Bild des Tages 22.11.

...die Ernte eingebracht...

21
Nov
09

Friedhof Annaberg

Friedhofsruhe

Zwischen den Sonntagen, die den Toten gewidmet sind und unter dem bleigrauen Himmel ergibt es sich beinahe von selbst, an die Verstorbenen der Familie zu denken. Meine Großmutter zum Beispiel war eine Liebhaberin von Friedhofszeremonien. Sie nahm mich als kleines Kind sehr gerne mit auf Beerdigungen fremder Leute, den Zeitpunkt entnahm sie den Tageszeitungen. Wir stellten uns dann Hand in Hand zu den Trauernden, meine Großmutter lauschte andächtig den Abschiedsworten, ganz zum Schluss, wenn alle Angehörigen ihre Pflicht am offenen Grab getan hatten, durfte ich auch mit einer Schaufel etwas Erde auf den Sarg werfen, so wie meine Großmutter. Danach gingen wir zwischen den Gräberreihen zurück zum Ausgang. Ich hielt eifrig Ausschau nach Gräbern, auf denen der Aronstab wuchs oder in Kränze geflochten war. Meine Großmutter hatte mich unterrichtet, dass der Blütenstab in der Mitte der Pflanze ein Finger sei, der aus dem Grab herauswüchse, wenn ein Mensch als Kind nicht artig war zu seiner Mutter, wobei ich denke, sie schloss die Großmutter mit ein. Mich hat dieser Gedanke sehr beschäftigt und allerlei Phantasien ausgelöst, mich vielleicht auch zu dem artigen Kind gemacht, dass ich gewesen bin.

Heute ist der Aronstab ein wenig aus der Mode, vielleicht sind aber die Menschen auch weniger ungezogen zu ihren Müttern gewesen, wer weiß das schon so genau. Dafür ist heute etwas anders in Mode, nämlich Laubsauger!

Ich habe die Anlage meiner Großmutter nicht geerbt, es zieht mich nicht so oft auf den Gottesacker, eher meide ich es, wenn ich kann. Da jedoch das Grab eines geliebten Menschen zu pflegen ist, zieht es mich doch gelegentlich zu dieser Ruhestätte. Hier auf dem F r i e d hof sollte ein stiller Moment möglich sein, ein Innehalten, ein Zurücklassen des Alltäglichen, Besinnung auf den Menschen, der nicht mehr da ist, dessen Urne in dieser Erde liegt. So sollte es sein und diesen Anspruch habe ich auch.

Das wird jedoch unmöglich gemacht durch die seit einiger Zeit eingesetzten Laubsauger auf dem Friedhof. Ganz abgesehen davon, dass ich diese, einen Höllenlärm verursachenden Geräte, auch im übrigen öffentlichen Raum für eine Zumutung halte, haben sie, wegen des „Höllenlärms“ auf einem Friedhof nichts zu suchen. Da an stille Andacht gar nicht zu denken war, habe ich, auf meinen Gatten wartend, der noch ein paar Pflanzen besorgen wollte, in der gleichen Zeit das Grab und den ganzen Weg vor allen Gräbern komplett vom Laub befreit, und zwar ganz leise mit einer Harke. Der Mensch mit dem Laubsauger war, eine Wegreihe weiter, nicht schneller fertig. Er beäugte mich äußerst misstrauisch.

Dass die Gräber nicht mehr mit dem Spaten ausgehoben werden, sondern mit einem kleinen, lauten Bagger, dafür habe ich Verständnis, das dauert auch nicht so lange, wie den ganzen Friedhof mit einem Laubsauger zu reinigen.
Aber Stille ist nicht einklagbar und vermeindliche Effektivität ist offenbar höchstes Gut.

21
Nov
09

Bild des Tages 21.11.

gefunden in Salamanca

Ich habe keine Ahnung, warum die Musiker ihre Instrumente auf der Straße liegen lassen.

20
Nov
09

Bild des Tages 20.11.

diese standen in Bruneck

19
Nov
09

Bild des Tages 19.11.

auf einer Straße in Maastricht

18
Nov
09

Alpen-Menzelen

Vor dem Winter

Bevor Wind und Regen der herbstlichen Pracht den Garaus machen, lobe ich ihn mit ein paar Fotos, den Herbst am Niederrhein. Zunehmend sähen die Bauern als Gründüngung Senf.

Das scheint sich zu bewähren und mich freut es, weil es ein so schönes Bild ergibt mit dem bunten Laub der Bäume und – wenn es mal so ist – dem blauen Himmel. Außerdem duften die gelben Blüte süß nach Honig und leicht nach Senf.

An manchen Herbsttagen erscheint mir die Landschaft wie ein Gemälde eines niederländischen Malers der Spätromantik. Wenn die Morgensonne schräg auf die Pappelreihen fällt, wirkt das leicht rötliche Gelb wie hingetupft. Hier und da bildet die frisch gepflügte Erde mit ihrem satten, fruchtbaren Braun einen dunklen Kontrast. Die Hunde freuen sich über den ausgestreuten Mist und werfen sich mit Wonne hinein, wenn die Besitzer gerade mal nicht aufpassen. Die Gänse fliegen in Formation laut schnatternd über uns weg, auf der Suche nach den abgeernteten Maisfeldern, auf denen sie jetzt noch reichlich Futter finden. Die Krähen hüpfen mit Walnüssen in den Schnäbeln herum. Hinter der großen alten Eiche wittern die Rehe zu uns herüber. Ein Falke rüttelt in Hoffnung auf Mäuse über dem Feld.




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