Schwimmende Gärten und ein Wolkenkratzer

Den nächsten Morgen in Amiens hatten wir für den Besuch der Schwimmenden Gärten, Les Hortillonnages genannt, reserviert. Wir hatten darüber schon gelesen und waren nun neugierig. Da wir früh auf den Beinen waren, konnten wir direkt das erste Bötchen besteigen, welches einen Besuch dieser einmaligen Gartenanlage ermöglicht, es sei denn, man will schwimmen.

Das Gebiet von 300 Hektar war einmal ein Sumpfgebiet. Vor über 2000 Jahren , wurde hier Torf gestochen.  Seit dem Mittelalter bauen die Einwohner von Amiens auf dem fruchtbaren Boden, der damals 10000 Hektar umfasste, zwischen den Wasserläufen Obst und Gemüse an. Das ist heute zum Teil noch der Fall, das Obst und Gemüse wird samstags von Booten aus verkauft.

Viele der Inselchen dienen heute als Freizeitgärten, mit Hütten darauf und bunter Blumenbepflanzung. Natürlich gibt es genug Wasservögel zu beobachten. Der Bootsführer des ganz leise laufenden Bootes hatte ein altbackenes Baguette dabei, die Wasserhühner, Enten und Schwäne warteten schon auf sein Kommen. Ich hoffe, ich habe alles richtig verstanden, er hat extra ganz langsam gesprochen für uns.

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Eine weitere Eigenheit konnte ich bei der Rückkehr ins Hotel fotografieren. Dieses Bauwerk mitten in der Stadt ist höher als die Kathedrale und sorgt zusammen mit ihr dafür, dass man sich nicht verlaufen kann. Mir erschien dieser Wohnturm ungewöhnlich, weil er bezugslos zwischen den höchstens sechstöckigen übrigen Wohnhäusern in der Nähe des Bahnhfs steht und tagsüber ein wenig abweisend wirkt. Nachts ist er durch Illumination bedeutend attraktiver. Erst zu Hause konnte ich nachlesen, dass es der erste Wolkenkratzer Frankreichs sein soll, erbaut von Auguste Perret, der auch in Le Havre beim Wiederaufbau seine Handschrift hinterließ. Der Wohnturm heißt folglich Tour Perret. 1950 wurde mit dem Bau begonnen, nach Fertigstellung bliebt der Turm sieben Jahre ungenutzt. 1959 wurde das Innere in Wohnungen und Büros umgebaut und der Turm um sechs Meter erhöht auf 110 Meter.


Amiens

Obwohl wir um diese Jahreszeit unsere kleine Obstplantage gar nicht verlassen dürften, war eine Pause von der Arbeit dringend geboten. Eine Woche konnten wir uns genehmigen und wählten die BasseNormandie für diese Reise aus.
Auf dem Weg dorthin machten wir in Amiens Station, es liegt genau auf der halben Strecke, 400 km entfernt, in der Picardie, Departements Somme.

Die Somme und ihre Nebenflüsse Selle und Avre beleben das Bild der Altstadt aufs schönste, da sich die bunten Fassaden der Häuser darin spiegeln. Im Altstadtbereich muss man nicht lange nach Restaurants suchen, vielmehr fällt die Wahl schwer, man scheint überall gut essen zu können.

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Zufällig konnte ich eine Großfamilie beobachten, die vollzählig zum Abendessen erschien. Das Schwanenpaar hatte neun Schwanenkinder, alle wohlgeraten, wobei das neunte immer ein wenig abseits blieb.

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Wo auch immer man sich im Innenstadtbereich aufhält, der Blick fällt auf die gotische Kathedrale. Es ist offenbar die größte des an Kathedralen reichen Landes.

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Schon die Fassade beeindruckt durch den filigranen Figurenschmuck der Portale. Das gesamte Äußere sowie das überwältigende Innere mit einer Höhe von über 40 m im Langhausgewölbe entzog sich meiner Fotografierkunst. Ich musste mich mit Details zufrieden geben, wie die unzähligen Wasserspeier an allen Seiten des Bauwerkes. So viele habe ich noch nie an einer Kirche gesehen, sobald ich den Kopf nach oben hob, grinste mir eine Fratze entgegen. Besonders gut gefielen mit die Sockelfiguren am Hauptportal, jede schien eine Geschichte zu erzählen.

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Im Inneren fielen mir besonders die farbigen gefassten Holzarbeiten zu „Mausolée de Ferry de Beauvoir“ und „Mausolée d’Adrien des Hénencourt“ auf, wegen des Detailreichtums der geschnitzten je vier Szenen über den Sarkophagen. Jedes Gesicht der mit vielen Personen bestückten Szenen hatte einen ganz eigenen Ausdruck, sehr lebendig.

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Von der Rückseite wirkt die Kathedrale gar nicht so übermächtig.


Wo sind die Wespen?

Zwetschgenernte

Kurz vor der Reise habe ich die Zwetschgen geerntet vom jungen Baum. Er hat in diesem Jahr erstmal richtig viele Früchte getragen, die Äste bogen sich bis zum Boden. Nach mehreren Baumversuchen sind es endlich die richtigen für den Zwetschgenkuchen.

Bei der Ernte ist es mir zum ersten mal aufgefallen. Es schwirrten keine lästigen Wespen um mich herum. Es gibt wohl viele Hummeln, alle möglichen Bienenarten, Schwebefliegen und andere Insekten bis hin zur Hornisse, aber Wespen gab es zur Erntezeit der Pflaumen und Zwetschgen nicht. Seltsam

Jetzt bin ich zurück von der Reise, die Birnen fallen von den Birnbäumen und sind auch bald erntereif. Birnen mögen die Wespen besonders gerne. Sie fressen das weiche Innere komplett heraus und lassen die Schalen übrig. Normalerweise… In diesem Jahr habe ich noch keine einzige Wespe in unserem Garten gesehen. Nicht, dass sie mir fehlen würden während der Ernte, sie sind ja eher lästig und man muss dauernd aufpassen, sie nicht versehentlich in Panik zu versetzen. Aber beunruhigend finde ich es doch. Das gab es bisher noch nie um diese Zeit.

Jetzt wüsste ich gerne, ob sie nur unser Grundstück meiden und sich anderswo tummeln. Hat jemand die Wespen gesehen?


Muße

Arbeitshandschuh

Mir ist die Muße abhanden gekommen. Ich merkte es nicht gleich, nicht am ersten und nicht am zweiten Tag. Aber dann gab es überall Löcher, erst kleine, die kaum auffielen, später größere. Es fehlte dies und das, Fotos, Berichte, Skizzen, Musik.

Ohne die Muße an meiner Seite sehe ich nichts außer Arbeit. Sie hat meine Wahrnehmungen mitgenommen, ohne ein Wort zu sagen. Jetzt werfe ich den Arbeitshandschuh für eine Woche hin und fahre los, um sie zu suchen. Wenn ich sie finden sollte, sage ich ihr endlich einmal, wie wichtig sie mir ist.

 

 


Die Qual der Wahl

2014-07-27 um 11-10-26

Männlich

 

 

 


Es ist doch erst Sommer

 

 

3 und 1 Schwalbe Schalben in einer Reihe 5 Schwalben

Verdächtig viele Schwalben sitzen schon faul auf den Drähten.


Biokartoffeln

Kartoffelkäfer 2 Kartoffelkäfer 1 Ich dachte, sie wären längst ausgestorben, so lange habe ich keine mehr gesehen. Hier fand ein ganzes Feld voll mit diesen dekorativen Insekten.

Es sind Schulferien, dürfen jetzt Kinder wieder Käfer absammeln von den Biokartoffeln?


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