Fress-Feinde

2014-11-13 um 12-42-06Es war noch lange warm, aber jetzt sollte die Rote Beete und die Sellerie doch ins Winterquartier. Zuerst wurde ich auf die matten Mangoldstängel aufmerksam, sie reckten sich nicht wie gewohnt in die Höhe, sonder hingen lustlos an sich selbst herunter. Ein Griff bestätigte den sofort aufkommenden Verdacht. Hier hatte jemand von unten nachgeholfen. Die Wurzel, inzwischen ziemlich dick und stabil, war in der Mitte durchgeknabbert. Die Spuren sahen nach Nagezähnen aus. Zum Glück waren nicht alle Pflanzen betroffen und ich konnte noch einiges für die Kühltruhe retten.

Die Rote Beete sollten als nächstes geerntet werden. Auch hier wirkten die Blätter an einigen Pflanzen schlapp. Als ich daran zog, ließ sich der Teil, der normalerweise von Erde verdeckt ist, leicht herausheben und stellte sich als leere Hülle heraus. Etwa die Hälfte der Beeteernte war schon verzehrt. Immerhin ernähren sie sich gesund, unsere Untermieter. Das Gesunde war allerdings ursprünglich für uns gedacht. So einen großem Schaden hatten wir noch nicht in den letzten 18 Jahren.

Die Sellerieknollen waren von anderen Viechern als Köstlichkeit erkannt worden. Schnecken in Tateinheit mit Asseln. Die Schnecken fangen an und die Asseln vollenden das Werk der Aushöhlung. Drei Knollen haben sie uns übrig gelassen, immerhin!

Nach den Walnüssen war das der letzte Ernte-Akt für dieses Jahr. Die Nüsse sind leider zwar zahlreich, aber etwas zur Hälfte von innen schimmelig. Auch ihnen hat die Nässe des Sommers geschadet. Oh, mir fällt ein, die Mispeln hängen noch am Baum, knochenhart. Es wird noch dauern bis zur Genussreife, etwas Frost wäre dafür notwendig. Der sollte aber nicht ehr auf den Plan treten, bevor ich alle Töpfe ins Treibhaus gebracht habe.


Zug der Kraniche

Es löst bei mir ein schwer zu erklärendes Glücksgefühl aus, die Kraniche fliegen zu sehen. Am Sonntag über Münster und Umgebung kam ich aus dem Glück gar nicht mehr heraus. Im Abstand von 30 – 45 Minuten zogen immer neue Formationen am blauen Himmel entlang, mit diesen dezenten Rufen, die meinen Blick zufort den Himmel absuchen lassen. Sie schreien nicht so ordinär wie die Gänse, rufen kehlig und meloniöser. Wie die neueste Forschung ergab, fliegen sie von hier aus direkt bis Südfrankreich, manchmal mischen sich die Gänse dazwischen. Ich konnte jedoch keine ausmachen, es waren reine Kranich-Formationen, es müssen mehrere tausend Vögel gewesen sein.

Wie kriegen die das hin, sich für einen Tag zum Abflug zu verabreden, ganz ohne Handy?


Neues Tier gefunden

2014-10-17 um 14-54-10

Jetzt braucht es noch einen Namen.


Hafenstadt Cherbourg-Octeville

Der Morgendunst lag noch über der Hafenstadt, als wir Cherbourg-Octeville erreichten und uns sogleich über die Ruhe wunderten, da wir Hafenstädte meist als betriebsam erleben. Im Industriehafen war es still wie an einem Feiertag. Nur die Angler waren sehr beschäftigt.

Da es sich um einen Seehafen handelt, hatten wir zwei oder drei Kreuzfahrtschiffe erwartet, die etwa 30.000 Touristen jedes Jahr hierher bringen. Statt dessen sahen wir die Masten der Segeljachten und ein paar Fischerboote.

Ein Krabbenkutter erregte die Aufmerksamkeit der Passanten, etwa zwei Dutzend Menschen sahen zu, wie die Krabben entladen wurden. Auch hier wurde alles mit Ruhe gehandhabt. Hektik scheint dieser Stadt mit ca. 40.000 Einwohnern fremd zu sein.

 

Vom Hafen aus sind es nur ein paar Schritte in die Altstadt, die glücklicherweise nicht völlig zerstört worden war im letzten Krieg. Um den Hafen herum ist hauptsächlich Nachkriegsarchitektur zu sehen, schlendert man durch die Gassen der Altstadt, findet man das typisch französische Flair kleiner Städte.

Das Café de Paris, direkt am Hafenbecken gelegen,  ist meine Empfehlung für die Mittagszeit oder das Abendessen.


Kleine Helfer

Mitesser

 

Ameisen auf Apfel

Sie schaffen 280 g in 48 Stunden. Alles, was sie fressen, muss ich nicht aufheben.


Obsternte

Wegen der Ernte muss ich meinen Reisebericht über die Normandie kurz unterbrechen. Es gibt sehr viel Äpfel dieses Jahr aber auch sehr viel beschädigtes, unbrauchbares Obst. Es war zu feucht. Ich musste sehr viel Obst beiseite schaffen. Aber jetzt kommt das meiste zur Obstkelterei. Nur die Birnenquitten waren uneingeschränkt prächtig, bis zu 500 g das Stück und innen wie außen goldgelb.


Keine Verbindung nach England

Am nächsten Morgen wies uns die Hausdame nach einem guten Frühstück den Weg zur nächsten Tankstelle, etwa 6 km entfernt. Nach den Berechnungen meines liebsten Reisebegleiters hatten wir noch eineinhalb Liter Benzin im Tank. Tagsüber waren die Straßen zum Glück ein wenig belebter, innerhalb einer viertel Stunde kam schon mal ein Auto vorbei. Wir erreichten die Tankstelle an einer Hauptstraße. Die Zapfsäule zeigte von einen Betrag von 7,36 und ließ sich nicht auf Null stellen. Der Tankstellenmann verhandelte direkt neben uns mit einem Lastwagenfahrer und ließ sich nicht stören. Schließlich gab im Inneren der Werkstatt jemand Auskunft, dass diese Zapfsäule, die einzige, defekt sei. Wir erfuhren als freiwillige Zugabe, dass die nächste Tankstelle in 1 km Entfernung beim SuperU zu finden sei.

Bis dahin ging es bergab und beinahe wären wir noch daran vorbeigefahren. Der Tank fasst 60 Liter, getankt haben wir 61,5 Liter. Noch mal gut gegangen! So konnten wir jetzt mit Ruhe weiterfahren nach Barneville-Carteret, wie Surtainville an der Westküste der Halbinsel. Dort wollten wir nachschauen, ob uns tatsächlich keine Fähre nach Jersey hinüber bringen würde. Die Ermittlungen im Internet hatten das ergeben. Es stellte sich als richtig heraus, die ganze Woche gab es keine Fährverbindung. Wie konnte das sein?

Hafeneinfahrt Barneville-Carteret

Die Insel war deutlich zu erkennen, bei klarer Sicht sogar die Felsen, die im Wasser vor der Insel aufragen. Wir hatten den Eindruck, ein Ruderboot würde genügen, so ruhig wie das Wasser war ohne Wind. Gab es denn hier keinen Austausch von der Insel zum Festland und zurück? Das ist doch bei allen Inseln so. In der Saison gibt es wohl einen Fährverkehr, wie uns schien, aber nur für Touristen.

Im Segelhafen fragte ich mich, ob diese Boote, wenn sie denn segeln, bis Jersey hinüber kommen. Aber segeln sieht man sie ja so gut wie nie, sie liegen immer nur in Häfen herum.

Statt eines Fährausflugs haben wir eine Wanderung unternommen, hoch zum Leuchtturm und zurück. Es hatte sich gelohnt, hierher zu fahren, die Landschaft bietet alles, was man sich von einer Küste wünschen kann, steile Klippen, weite Strände, hohe Dünen, kleine Wäldchen und noch die Ruine einer alten Kirche.  Leider haben wir mittags im Hafen das schlechteste Essen unserer Reise serviert bekommen.


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