Sandzunge zwischen Fluss und Meer
Der letzte Tag war angebrochen, die Woche wie im Flug vergangen. Wir wollten noch einmal das Meer genießen und zu Fuß die andere Seite erkunden, also nach Osten.
Hier, wie auch auf der Seite Richtung Side, Hotelbebauung und Vorsaisonambiente am Strand entlang, was nicht ohne Reiz ist.

Ganz zuletzt noch ein Pavillon mit einem kleinen Restaurant, wo tatsächlich außen die Preise auf einer Tafel standen. Gestärkt mit frisch gepresstem Saft nahmen wir uns das Strandstück bis zur in der Ferne gerade noch erkennbaren Mole mit den Leuchtfeuern vor.
Da es hier keine Häuser standen, hatten wir den Strand für uns allein. Wir gerieten auf eine schmale Insel zwischen Meer und dem Fluss Manavgat, der hoch oben in den Bergen entspringt und unterwegs zwei große Stauseen speist, die fruchtbare Ebene mit den Baumwollfeldern und Bananenplantagen bewässert und kurz vor der Mündung Booten zum Ankern Platz bietet.

Auf der „Sandzunge“ zwischen den Wassern musste einmal ein Markt stattgefunden haben oder ein Fest. Es gab verlassene Stände und Pavillon-Sklette, deren flatternde Plastikfetzen ein seltsames Eigenleben führten. Auf der anderen Flussseite wurde geangelt und ein paar Boote lagen im Schilf. An der Mole angekommen, beobachtete mein Angler-Gatte die drei Männer eine Weile, die dort mit ihren Angeln zugange waren und hübsche, rosarote Fische mit kleinen, spitzen Zähnen herausholten. Ich konnte den Blick nicht vom Wasser wenden, was hier auf eine so seltsame Weise Wellen schlug, wie noch nie gesehen. Das Meer drängte, weil Flut war, in den Fluss, das Wasser des Flusses drängte ins Meer. Durch das etwas milchige Licht an diesem Tag wirkte das Wasser als sei es dickflüssig. Die Wellen schafften es nicht, sich zu brechen und schaukelten gegeneinander wie durchsichtiger Sirup.

Auf dem Rückweg nahmen wir ein frisch zubereitetes Käse-Fladenbrot in dem Pavillon zu uns, den wir auf dem Hinweg schon besucht hatten. Die Restaurantbetreiber, Mann und Frau, sprachen deutsch und hatten es beide in der Schule gelernt. Die Männer tauschten sich über die Bundesliga aus. Die Frau verschwand sofort wieder in der Küche.
Bei der Gelegenheit muss ich noch erwähnen, dass wir immer saubere Toiletten mit Seife und Papierhandtüchern vorgefunden haben, überall, auch in diesem Strandpavillon. Hier könnten die Europäer noch etwas lernen.
Ganz zum Schluss des letzten Tages wollte ich wenigstens für eine Stunde die Annehmlichkeiten der 5 Sterne des Hotels in Anspruch nehmen und legte mich erstmals, fernab der Lautsprecher, mit einem Getränk auf eine der ohne Benutzer in Reihe stehenden, in der Saison heiß umkämpften Liegestühle, das sanfte Meer direkt vor der Nase, die etwa 17 Grad Wärme wirken lassend, schließlich dösend bis es zu kühl wurde. Alle, die sich täglich ausschließlich hier und am traumschönen Pool aufhielten, haben viel versäumt! Die Woche hat für nicht mehr als einen touristischen Blick auf das schöne Land gereicht. Das meiste, was ich darüber hinaus registrierte, habe ich (noch) nicht verstanden, wenn es überhaupt zu verstehen ist für eine verwöhnte Mitteleuropäerin. Nachts ging es zurück nach Europa, mit einem Koffer voller Fragen.
Mein Beitrag zu Manavgat – Ich bin Karu – auf Qype
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