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Pilze am Niederrhein

Boten des Herbstes

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Im Spätsommer entdeckte ich sie zuerst im Wald, unten an den Stämmen der Bäume entfalteten sie sich prächtig. Ihre Namen kenne ich nicht, bewundere jedoch die Vielfalt in jedem Herbst aufs Neue.

Im Garten waren plötzlich über Nacht diese kleinen, weißen Kappen im Rasen und in der Wiese unter den Obstbäumen. Sie wuchsen in einem großen Kreis und ich wusste gleich, dass es Wiesenchampinons sind. Einen habe ich gleich probiert, er schmeckte frisch und nussig. Ich ließ sie noch ein wenig wachsen, schnitt sie dann sorgfältig ab und legte sie auf den Terassentisch. Mein Gatte wollte sie auf keinen Fall essen. Ich war entschlossen mir eine kleine Pilzmahlzeit zuzubereiten. Es kam aber etwas dazuwischen und die Pilze blieben eine Weile liegen. Als ich sie in die Küche holen wollte, entdeckte dich auf der Unterseite zwischen den Lammelen ein munteres Gewusel kleiner, dunkelgrauer Maden. Mir verging der Appetit. Die Pilze wuchsen zwar nach, aber ich ließ sie stehen für die Tiere. Etwa zur gleichen Zeit fand ich einen weißen, fast runden, etwas glänzenden Ball unter dem Hollunder in der Wiese. Ich dachte an ein Spielzeug, welches hierhergeweht wurde.

PICT0002Es hatte die Größe eines Balles, den ich mit zwei Händen umfassen konnte. Das Internet half weiter: Es handelte sich um einen Riesenbovisten. Der sollte zwar auch essbar sein, aber diesmal traute ich mich nicht. Hier ist er schon ein wenig angeknabbert von tierischen Kennern.  Später, als er zerfiel, hörte ich von menschlichen Kennern, wie schmackhaft er sein soll und ganz ungefährlich. Man brät ihn wie ein Schnitzel. Jetzt hoffe ich, er wächst im nächsten Jahr wieder dort.

Heute morgen habe ich eine ganze Serie schön anzusehender Pilze an und auf gefällten Bäumen gefunden, die so gut von der Sonne beleuchtet waren, dass ich nur ans fotografieren dachte und nicht ans zubereiten und essen.


4 Antworten zu „Pilze am Niederrhein“


  1. 8. November 2009 um 18:57

    Früher fand ich es immer etwas gruselig, daß Pilze weder Pflanze noch Tier seien …

  2. 2 karu02
    8. November 2009 um 21:32

    Sie haben auch etwas ganz Eigenartiges, finde ich. Sie wachsen so schnell und sind gleich wieder tot. Zur Zeit wachsen sie auch am Holz unserer Terrassentür. Da will ich keine Pilze haben, ist ein ungutes Zeichen. Trotzdem haben sie eine ganz eigene Schönheit.

  3. 3 kormoranflug
    14. November 2009 um 16:59

    Ein leckeres Pilzgericht im Herbst kann einen erwärmen.


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