Weihnachtsmarkt in Duisburg – Verbesserungsvorschlag
Es ist wieder so weit. Ich muss von meinen Ressentiment abrücken und die Dinge in einem andere Licht, als nur dem weihnachtlichen, betrachten. Daran hält sich sowieso niemand mehr, nicht mal den Totensonntag wartet man ab, die Grablichter werden längst überstrahlt vom frisch installierten Weihnachtslichterglanz der Innenstädte.
Es scheint ein unaufschiebbares Bedürfnis zu geben, endlich wieder die Holzhütten vor die Paläste zu stellen, weil der Erntedank-Markt, der mittelalterliche Handwerker-Markt und erst recht der Pfingst- und Ostermarkt schon so lange zurück liegen.
In Duisburg versauen dekotechnisch gesehen die Holzschuppen die ausgeklügelte Lametta-Lichtberieselung vom neuen Luxus-Forum, alles ist so vollgestellt, dass kaum noch was zu sehen ist. Steht dazwischen ein Schiff? Es kommt ein Schiff (über)geladen! Lediglich der Zauberlichterbaum zwischen den blauerhobenen Rasenflächen und dem dankenswerterweise dunkel belassenen Landgericht kann seine strahlende Wirkung voll entfalten.
Wenn so viel Aufwand für sechs Wochen getrieben wird, muss es sich lohnen! Da die Binnennachfrage seit langem, außer im Dezember, nicht richtig in Gang kommen will, obwohl doch nun wirklich jeder weiß, dass der Privatkonsum uns aus der Krise reißen wird, sollte darüber nachgedacht werden, diesen Dezember auszuweiten, ganzjährig. Es wundert ja nicht, wenn in den Holzhütten besser verkauft wird, als in den Palästen, weil dort offenbar tatsächlich verkauft werden soll, was sich angesammelt hat das Jahr über oder vom letzten übrig geblieben ist. Die Hüttenverkäufer sind freundlich und zuvorkommend. Vor allem, es ist immer jemand da, den eine willige Käuferin ansprechen kann. Man spart sich die Zeiten, die man in den Palästen herumlaufen muss, nassgeschwitzt, weil die Klimaanlage auf herumstehendes Personal und nicht auf gehetzte Käufer eingestellt ist, um überhaupt jemanden zu finden, der verkaufswillig und auch mit den Produkten vertraut ist, vielleicht sogar, wenn es hoch kommt, mit dem Angebot des Hauses. In der Hütte sagt niemand: „Da kann ich Ihnen auch nicht helfen, ich kassiere hier nur“. In der Hütte wird gezeigt, vorgeführt, ausgebreitet, beraten, eingewickelt, mit Sternchen und Bändchen versehen und kassiert in Personalunion. Wartezeiten entstehen nur durch den Andrang, der sich bei Ganzjährigkeit vielleicht auch entzerren würde. In den Palästen könnte man, da nun mal gebaut und der Abriss zu teuer würde, Parkflächen einrichten, damit die Hüttenbesucher den Anwohnern ringsum nicht die Schlafplätze für die Autos blockieren. Welche unglaubliche Einsparung an Energiekosten allein diese Maßnahme bedeutete.
Die mittelständische Industrie und das Handwerk würde angekurbelt, es gäbe genügend Heimarbeit für allein erziehende Mütter, so dass die geplanten Kitas in der Planung bleiben könnten, in der sie schon seit Jahrzehnten stecken, die Konzerne könnten ruhig ins Niedriglohnausland abwandern, weil die Binnennachfrage nach handgehobelten Sperrholzkästchen, gewebte Decken mit Norwegenmuster, handschmeichelndem Holzspielzeug ohne Nitrolacke, Schmuck aus mit Lebensmittelfarbe durchgekautem Papier, Schluffen aus handgesponnener Hundewolle, Häkelboleros aus Maschendraht, Filsrosenschultertücher, Mützen aus gestreiften Vogelfedern, Weidenzweigschneebesen, marmorpapierbezogenen Minischreib- und Zeichenbüchern mit Gänsekielfedern und mundgeblasenen Tintenfässchen, handgestrickten, wattegefüllten Tierimitationen, reis- und erbsengefüllten Percussionsinstrumenten, Seidenkrawatten in Kartoffeldrucktechnik, Zahnbürstenspritztechnik auf handgeschöpftem Büttenbriefpapier, Siliconklodeckeln mit eingeschlossenen Muschel- und Schneckengehäusen, Tischläufern aus naturbelassenen Bambusstäbchen mit Seidenfadenheftung, Bilderrahmen mit selbstfärbender Spachtelmasse, Mosaikuntersetzer aus farbigen Glasscherben vom Ehekrach, Blumenübertöpfe aus gehämmerten Bleckhdosendeckeln, Mobilés aus halbabgebrannten Streichhölzern, Handytäschchen aus gegerbtem Mäuseleder, nun das ganze Jahr über befriedigt würde und die Exportgewinne haushoch überträfe.
Im Sommer sollte es allerdings bunte Cocktails geben statt Glühwein. Statt Reibekuchen Obstsalat aus heimischem Anbau. Und die Bezeichnung für den Markt würde monatlich in einem Kreativ-Wettbewerb ausgelost.















Es hatte die Größe eines Balles, den ich mit zwei Händen umfassen konnte. Das Internet half weiter: Es handelte sich um einen Riesenbovisten. Der sollte zwar auch essbar sein, aber diesmal traute ich mich nicht. Hier ist er schon ein wenig angeknabbert von tierischen Kennern. Später, als er zerfiel, hörte ich von menschlichen Kennern, wie schmackhaft er sein soll und ganz ungefährlich. Man brät ihn wie ein Schnitzel. Jetzt hoffe ich, er wächst im nächsten Jahr wieder dort.





































n wir so übernachten, dass wir außer gutem Schlaf auch noch ein paar interessante Eindrücke mitnehmen konnten.












Zur Mittagszeit erreichten wir Gengenbach im Kinzigtal, welches mir bis dahin nur vom Hörensagen bekannt war. Ich wusste wohl, es muss ein schöner Ort sein und war dann doch überrascht, wie viel er zu bieten hat. Zunächst stärkten wir uns im Restaurant “Zum Turm” und bummelten dann neugierig durchs Städtchen.



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