Römisches, rote Rosen und der Duft von Orangenblüten
Mérida ist die Hauptstadt der Extremadura, eines Landstriches etwas größer als die Niederlande, mit nur etwas über einer Million Einwohner, das sind 2,6 % der Spanier. Somit gehört es zu den am wenigsten besiedelten Teilen Europas. Dieses Mal wussten wir schon vorher, es würde uns allerlei Römisches erwarten. Wir parkten in der Neustadt direkt am Fluss Guadiana. So konnten wir durch eine Parkanlage am Wasser entlang direkt auf die imposante Römerbrücke zugehen. Die Brücke befindet sich an einer seichten Stelle des Flusses mit kleinen Flussinseln. Mit 790 m ist sie eine der längsten erhaltenen Brücken aus römischer Zeit. Die zweite römische Brücke über den Fluss Albarregas mit 145 m Länge wurde zur gleichen Zeit erbaut. Diese beiden B
auwerke zeigen, wie wichtig die Stadt zur Römerzeit gewesen sein muss als Schnittpunkt zweier Handelsrouten von Nord nach Süd und Osten nach Westen. Entsprechend dieser Wichtigkeit sind in der Stadt sehr viele historische Bauwerke erhal
ten. An einigen Stellen ist zu sehen, dass die ganze Stadt auf “geschichtlichem Geröll” gebaut ist, etwa 4 m hoch. Eine U-Bahn dürfte man hier wohl nicht bauen, es würde alles sogleich von den Archäologen beschlagnahmt. Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich hier die Tempelreste zwischen Wohnhäusern stehen, wie der Diana-Tempel, der nur versehentlich so heißt. Es war ein Tempel des Kaiserkultes, wurde zu Beginn des ersten christlichen Jahrhunderts gebaut und ist deshalb so gut erhalten, weil er später in einen Palast integriert wurde.
Ein wenig außerhalb der Altstadt führte uns ein Wegweiser zum Aquädukt, was ebenfalls sehr gut erhalten das Albarregastal überbrückt und von unzähligen Storchenpaaren bewohnt wird. Das Aquädukt führt Wasser aus einem 5 km vor der Stadt gelegenen Staubecken in die Stadt hinein.
Für das Römische Theater, das Amphitheater, das 8 v. Chr. eingeweiht wurde und in dem blutige Tier- und Glasdiatorenkämpfe stattfanden, sowie die erhaltenen Teile des Forums mussten wir Eintritt bezahlen. Das Römische Theater war lange Zeit zerstört. In der Neuzeit wurden die Säulen des Theaters geborgen und wieder aufgestellt. Zwischen all den alten Mauern blühen hier prachtvolle duftende Rosen.
Weitere Gebäudereste, Mosaiken und Figuren sind im Römischen Museum ausgestellt; ein sehr schönes neues Ziegelsteingebäude, der römischen Bauweise angepasst, diese aber nicht kopierend, mit einer gut konzipierten Ausstellung, die unbedingt zu empfehlen ist.
Nach so viel Geschichte ruhten wir auf dem sehr schönen, nach Orangenblüten duftenenden Marktplatz zwischen Rathaus und Parador aus. An allen vier Ecken des Platzes luden Stühle und Tische sowie ein Ausschank zum Verweilen ein. Ich hätte gerne noch eine der Kirchen von innen gesehen, aber für diesen Tag war es genug, fast schon zu viel. Für Mérida sollte man sich zwei Tage Zeit nehmen. Versäumen sollte man es auf keinen Fall.























Da wir immer wieder von oben auf den Platz heruntersehen konnten, sahen wir immer auch diesen Polizisten. Nach der Nachwuchsabholung blieb der Platz so leer und schön, wie wir es von manchen Plätzen in unserem Land auch wünschen würden, die mit Autoblech verschandelt werden. Ich versuchte mir vorzustellen, in Alpen sei ganztags ein Polizist abgestellt, der der Adenauer-Platz im Auge behält. Wir besuchten die Kirche, die in der Mittagszeit, wie fast alle Kirchen, geschlossen war, weil sie inzwischen alle bewacht werden. Diese Plaza Mayor hat eine ganz besondere Atmosphäre, es ist lebhaft, aber nicht laut, es gibt keine Autoabgase, die Menschen bewegen sich ohne Hektik. Kinder spielen auf den vielen Stufen und am Brunnen. Die alte Altstadt um das Kastell herum wies eine ähnliche festungsartige Bauweise auf wie Cáceres. Da sie auf einem Hügel liegt, hatten wir nach allen Seiten herrliche Ausblicke, speziell natürlich vom Turm der alten Kirche.






alten Teil von dicken Mauern umgeben ist. Jede Stadt bekommt die Chance, mich zu überraschen. Cáceres ist die Überraschung gelungen. Die Altstadt ist so gut erhalten, dass ich mich ins Mittelalter zurückversetzt fühlen konnte. Hinterher habe ich nachgelesen, dass die Stadt 54 v. Chr. von den Römern gegründet wurde. Die Westgoten haben sie im 6. Jahrhundert zerstört, damit die Mauren sie wieder aufbauen konnten. Es gab dann noch einiges Hin und Her, bis im 15. Jahrhundert Isabella I. von Kastilien den Streit um die Thronfolge gegen Johanna von Kastilien gewann. Danach ordnete sie an, alle Türme der Häuser, die Besitzern gehörten, von denen sie nicht unterstützt worden war, abreißen zu lassen. Nur zwei der einstmals mit Türmen prächtig bestückten Stadt blieben stehen. Daher wird Cáceres die Enthauptete Hauptstadt genannt. Bei der Geschichte der Stadt wundert es nicht, wenn alle Bauwerke wie Festungen wirken. Die Altstadt gehört zum Weltkulturerbe. Nun gab es auch ohne diese Türme genug zu sehen.
eren Stockwerk. Im Keller dieses Gebäudes befindet sich eine beeindruckende Zisterne, die wohl noch aus der Römerzeit stammt.


alleine, ich erwähne das, weil es immer wieder vorkam: schöne Straßen ohne Autos.








Wie fast allen Stauseen ist auf diesem etwas Unnatürliches zu eigen, abzulesen an den Ufern, die künstlich wirken, nicht gewachsen oder ausgespült, angeschwemmt oder angebrochen, wie es bei natürlich entstanden Seen der Fall ist. Hier scheinen die Wiesen und Trockenmauern unter Wasser genau so weiterzugehen.






Neueste Kommentare