Attraktives Verblühen

Gerbera aus dem Blumenladen mag ich deshalb nicht, weil sie immer auf Drähte gespießt werden, damit die Blüten oben bleiben, wenn die Stiele weich werden, faulen und nachgeben.

Gerbera im Garten mag ich, weil sie freiwillig und von sich aus die Köpfe auf den kräftigen Stielen wiegen im Wind.

Vor zwei Wochen bekam ich Gerbera geschenkt. Man hatte die Stiele radikal gekürzt und ein kugelförmiges Gesteck aus den Blüten gezaubert. Kein Draht, kein Umknicken, lange Haltbarkeit der Blüten. Die Überraschung kam zum Schluss. Ich konnte erstmals beobachten, wie die Blüten ihren Samen in alle Welt verwehen lassen würden, wären sie nicht im Zimmer eingesperrt.


Schwanzmeisen

Ich habe sie auch schon in größeren Gruppen erlebt, in diesem Winter kommen sie jedoch immer nur zu dritt. Sie sind noch schwerer “einzufangen”, als die Blau- und Kohlmeisen, weil sie noch viel wibbeliger sind. Immer wenn ich das Objektiv gerade scharf gestellt habe, sind sie schon wieder weg. Sie zanken sich nie um das Futter, teilen immer brav, was sie vorfinden.


Niederrheinnebel

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Lerche und Himmel

Heute morgen die Lerche über dem Feld, steigt auf und jubiliert. Wäre mir Gesang gegeben, ich wäre ihr mit der Stimme gefolgt in den Himmel über dem Niederrhein.


Nach dem Ausflug in die Berge weiß ich ihn, erst recht zusammen mit der Lerche, wieder sehr zu schätzen. Ganz hinten stößt er auf die Erde, nichts steht im Weg und versperrt die Aussicht. Die Wolken hängen sich nicht an Gipfeln auf und das Blau reicht bis ganz unten.
Außerdem ist hier viel früher Frühling als weiter oben über Normalnull.


Golatschen

Topfengolatschen

So, sie sind geglückt, auch wenn ich (noch) keinen Designer-Preis dafür bekomme. Beim nächsten Mal werden sie schöner, weil ich dann Übung habe. Man muss jedenfalls nicht nach Österreich fahren, um dieses köstliche Gebäck zu genießen.

Hier mein Rezept:

Hefeteig (mache ich immer mit Erfolg im Brotbackautomaten)

500 g Mehl

250 ml lauwarme Milch

35 g Hefe oder eineinhalb Päckchen Trockenhefe

50 g Zucker

80 g Butter

eine Prise Salz

Die Füllung:

50 g Butter

1 Eigelb

60 g Zucker

geriebene Zitronenschale

(schaumig rühren)

350 g Quark

1 Eßl. Speisestärke

dazurühren

zum Schluss noch ca. 40 – 50 g mit Rum getränkte Rosienen

Quadrate aus dem Teig ausschneiden, Füllung rein, überklappen, Riegelchen oben drauf (siehe Foto)

mit dem verquirlten Eiweiß bestreichen, noch einmal eine Viertelstunde am warmen Ort gehen lassen, dann bei 180 g (Umluft) ca. 20 – 25 min. backen. Die Arbeit lohnt sich, sie sind sehr lecker.


Ausflug nach Innsbruck

Da die Berge sowieso nicht zu sehen waren, weil die Wolken sich in den Tälern versammelt hatten um dieses weiße Zeug auszuspucken, setzten wir uns kurzentschlossen in die Mittenwaldbahn, die Garmisch-Partenkirchen mit Innsbruck verbindet. An dieser Stadt sind wir auf vielen Reisen in den Süden, wenn der Weg über den Brenner führte, vorbeigefahren, ohne sie ein einziges Mal zu besuchen. Die Zugfahrt mutet ein wenig abenteuerlich an, weil sie an den Berghängen entlangführt und einen tiefen Blick in die Täler gewährt, ein Wolkenloch vorausgesetzt.


Vom Bahnhof aus sind es nur wenige Minuten bis zur Innenstadt, womit der Altstadtbereich gemeint ist. Ohne zu suchen gelangten wir ganz von selbst auf die Maria-Theresien-Straße, die Prachtstraße Innsbrucks mit der Anna-Säule im Mittelpunkt, errichtet aus Anlass der Befreiung von Bayern im 18. Jahrhundert. Wir waren natürlich nicht die einzigen Touristen, es hat mich jedoch erstaunt, dass offenbar alle Welt hier versammelt war, einige Sprachen konnte ich gar nicht zuordnen. Zwischen Amerika und China schienen mir alle Nationen vertreten.

Dafür war das Angebot in der Stadt jedoch wenig auf den Tourismus ausgerichtet. Lediglich zwei oder drei der Altstadtgassen boten Entsprechendes an. Was Innsbruck mit Wien und Salzburg gemeinsam hat ist die Tatsache, dass jede zweite Gasse auf ein Café zuführt, in dem es ganz sicher jeweils mein österreichisches Lieblingsgebäck gibt, den Topfengolatschen.

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Es wäre müßig, alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen. Mir hat besonders die Häuserzeile auf der anderen Innseite gefallen, zusammen mit der Farbe des Wassers. Den Stiftskeller, im Herzen der Altstadt kann ich auch empfehlen, er hat eine sehr schöne, mittelalterliche Atmosphäre, was nicht aufgesetzt oder gewollt wirkte. Man sitzt an blankgebürsteten Holztischen und bekommt österreichische Spezialitäten. Mit am Tisch saß ein französisch sprechendes Paar. Der Mann sprach auch deutsch, seine Begleiterin offenbar nur französisch. Er versucht ihr zu erklären, was man sich unter Haxen, Fritatten und Obazda vorzustellen hat.

Innsbruck wirkt weniger protzig als Salzburg und Wien. Zwischen den autofreien, alten Gassen bekommt man leicht das Gefühl, die Zeit ist stehen geblieben. Etwas Beschauliches und Gemütliches
könnte von den alten Häusern ausgehen, flöge nicht alle 30 Minuten ein Flugzeug startend oder landend über die Dächer. Nun ja, irgendwie müssen die Touristen ja hin- und wieder wegkommen.

Bestimmt sieht es bei gutem Wetter alles noch netter aus, an dem Tag war die Stadt ohne Berge ringsum, die in dicken, grauen Wolken verborgen blieben, trotzdem war sie einen Besuch wert, nur die Zeit hat mal wieder nicht gereicht für alles.


Leutasch in Tirol

Nicht ganz so ruhig wie am Barmsee aber trotzdem schön ist das Leutaschtal im Nachbarland Österreich. Wir sind mit dem Auto von Krün aus, 900 m ü.n., hochgefahren auf 1.200 m, weil sich im Winter der Weg durch die Leutasch-Klamm nicht unbedingt empfiehlt.

Die Leutasch

Das Hochtal ist bestens präpariert für Langläufer und ein gut besuchtes Eldorado, weil es kaum Anstiege gibt, es ist beinahe so eben wie der Niederrhein. Auch hier sind Fußwege so geräumt, dass man problemlos das ganze Tal umrunden kann.

Kirchplatzl mit Arnspitze

In Gasse gibt es große Parkplätze, die Langläufer starten dort. Als Wanderer hatten wir auch gleich einen Einstieg in den Wanderpfad, immer mit Blick auf das Kirchplatzl mit der Bilderbuch-Kirche St. Maria Magdalena und der Arnspitze im Hintergrund. Die Wolke klebte den ganzen Tag wie ein Sahnehäubchen auf der einen Bergseite. Idyllischer als der Blick auf diesen Abschnitt des Tales geht es kaum noch.

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Etwas abseits der Loipen hatten wir sogar eine Begegnung mit einer Gams, einem Eichhörnchen und weiter oben konnten wir ein Rudel Hirsche beobachten, leider zu weit weg für meine Kamera.

Wer es etwas mondäner haben möchte, fährt zur anderen Seite des Tales hinunter nach Seefeld.


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