Rheinwasser bei Xanten

Am Montag morgen gab es immer noch Hochwassertouristen am Schiffsanleger in Xanten (mich nehme ich natürlich aus, ich bin ja Einheimische), aber nicht mehr so viele. Am Sonntag muss dort der Teufel los gewesen sein, kein Durchkommen zum Wasser, wie mir ein netter Mann mit Kamera berichtete. Es ist beeindruckend, das gebe ich zu. Man steht auf der Straße und hat rechts und links nur Wasserflächen so weit das Auge reicht.

Rheinwiesen

Rheinwiesen Bislicher Insel

Die gesamte Bislicher Insel ist geflutet worden. Dort kann sich das Wasser gut verteilen und belastet etwas weniger die Deiche rheinabwärts. Ich hatte Glück, der Himmel war  blau und ließ die Sonne zur Geltung kommen. Das Wasser wäre sonst matschfarben auf den Fotos erschienen, so sieht es mal wieder aus wie das der Donau.

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Schiffsanleger Xanten

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Starke Strömung

 

 

 

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Ostwind und Hochwasser

Es steigt noch immer. Die Schiffe fahren nur noch rheinabwärts. rheinabwärts fast nichts mehr, in Köln ist der Schiffsverkehr schon gestoppt.  In Wallach steht das Wasser schon bis an den Deich. In Wesel wird es unter der Brücke für manche Schiffe ein bisschen knapp. Mit einem Bötchen käme man wahrscheinlich nicht bis ans andere Ufer, die Strömung ist sehr stark und mit vielen, gut sichtbaren Strudeln ausgestattet. Wenn die Sonne hervorkommt, wird das graubraun-schmutzige Wasser silberhell.

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Am Morgen bei Wesel

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Alte Eisenbahnbrücke

 

Und weil es so schön war, bin ich am Nachmittag gleich noch einmal auf den Deich gegangen, diesmal in Wallach, bei blauem Himmel wie schon lange nicht mehr, aber mit noch kälterem Wind als morgens.

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Wallach Richtung Wesel

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Fußbad für die Weiden


Gebrauchtes zu Neuem

2018

Ganz neu ist es ja nie…

Herzlichen Dank für Interesse und Aufmerksamkeit, Lesen und Kommentieren  im Vergangenen und die besten Wünsche an alle für Kommendes.


Nebeltage

Da wir seit ein paar Tagen nichts anderes zu sehen bekommen hier am Niederrhein und im Haus fast ganztags künstliches Licht gebraucht wird, hier noch einmal die schöne Seite des Nebels, ich muss dafür gar nicht weit gehen.

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Das letzte war dann schon gegen Mittag, meine Hosenbeine nass bis zum Knie und meine Hände so gut wie erfroren. Drei Rehe und ein weißer und grauer Reiher sind mir unterwegs begegnet, das Bussard-Paar natürlich auch. Menschen nicht.


Winter am Bach

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Bei dem Wetter heißt es zusammenrücken und teilen.


Tatort Bach

(Achtung! Nicht geeignet für Kinder unter 12 Jahren und für empfindliche Menschen.)  

Bis Mitte November verlief das Leben der Bachbewohner beschaulich und überschaubar, wenn man von den kleinen Grenzverletzungen absieht, die immer mal von anderen, als zur Familie gehörenden Jungtieren versucht wurden. Die Abwehr hatte sich fest etabliert. Nur einer der Mit-Esser wollte sich nicht abwimmeln lassen und stand klugerweise hinter der kleinen Mauer zum Nachbargrundstück, rüttelte dort am Maschendraht, um mich auf sich aufmerksam zu machen und forderte so, unerreichbar für die Wächter, seine Möhrenscheiben ein.

Kastanien werden bevorzugt, dann folgen Möhren und Zuckerrübenscheiben als gleichwertig beliebt, danach erst Äpfel, Sellerieschale, Mangoldwurzeln, Löwenzahn usw. Die Halbwüchsigen vom August – drei von den fünf sind übrig geblieben –  forderten vehement die Kastanien ein, indem sie an meinen Hosenbeinen empor krochen. Jetzt, da es kalt geworden ist, kommen sie mir auf halben Weg schon entgegen, nur gibt es bald keine Kastanien mehr.

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Soweit ging alles seinen täglichen Gang, bis plötzlich, wie aus dem Nichts, eine ganze Schar ganz kleiner Tiere auftauchte, frisch aus dem Bau geschlüpft, vielleicht drei Wochen alt.  Keine kluge Geburtenplanung, so kurz vor dem Winter. Zuerst waren es vier, dann wurden es täglich mehr, bis ich zuletzt acht schwarze, zwei braune und zu meinem Erstaunen ein ganz hellfelliges Tierchen zählte. Anfangs dachte ich, es sei ein Albino, weil es auch rosafarbene Füße, einen rosa Schwanz sowie eine rosafarbige Nase hat. Es hat jedoch keine roten Augen. Es ist das scheuest der Neuankömmlinge, so als sei es sich der Gefährdung bewusst. So etwas Helles sieht der Bussard wahrscheinlich sehr viel eher als die schwarzen Geschwister.

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Immer, wenn ich die Kamera dabei hatte, ließ es sich nicht sehen, dann habe ich es doch einmal vor die Linse bekommen und hielt es für schwächer als die anderen. An fotografieren ist inzwischen gar nicht mehr zu denken, es ist so ein Gewusel um mich herum, da die Kleinen kaum Scheu zeigen, die Großen sind ja als Vorbilder zutraulich. Zusammen mit den Jungtieren sind zwei weitere Muttertiere aufgetaucht, noch sehr skeptisch und leicht zu verschrecken, aber hungrig genug, sich in meine Nähe zu wagen. Es steht fest, dass ich diese große Schar nicht satt füttern kann den Winter über. Gras ist zwar noch vorhanden, es hat aber um diese Zeit nicht mehr genug Nährstoffe.
Ich habe gelesen, dass ca. 80 % der Jungtiere das erst Jahr nicht überleben. Es ist nicht nur der Winter mit dem Nahrungsmangel, es sind auch die Fressfeinde, die die Familien dezimieren. Wahrscheinlich ist das gut so, der kleine Bach würde irgendwann die Zahl der Nachkommen nicht mehr vertragen.

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Inzwischen hat sich herausgestellt, dass das scheue, helle Tierchen das frechste ist. Es kommt angeschwommen und klaut den Geschwistern blitzschnell die Leckerbissen aus den Mäulchen. Ehe sie quietschen können ist es schon wieder auf der anderen Bachseite. Erstaunlicherweise wird jetzt von den halbwüchsigen Wächtern kein Jungtier mehr verscheucht von der Futterstelle, wie sie es mit den Gleichaltrigen gemacht hatten. Ich frage mich, ob so etwas wie Welpenschutz besteht. Nur die Muttertiere sind manchmal etwas ungehalten mit der Jungschar.

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Am Sonntag sah der Eingang zur Höhle unter der Weide, in die sich immer alle blitzschnell tauchend zurückziehen, sobald verdächtiges zu hören oder sehen ist, anders aus als sonst und sie bevorzugten den oberen, nicht so schnell zu erreichenden Erdeingang. Es sah zunächst so aus, als sei ein Stück Weiden stamm vor das Eingangsloch gefallen. Wenn die nassen Nutrias sich ganz still verhalten, kann man sie auch für ein Stück Holz halten. Daher war ich nicht sicher. Erst der vergrößerte Fotoausschnitt zeigte mir, es ist tatsächlich ein totes Tier, was dort den Eingang blockiert. Am nächsten Morgen wollte ich es mit einer langen Stange dort herausholen. Der Eingang war jetzt aber frei, es lag nur etwas langgestrecktes Weißes auf dem Grund., was mich an einen kleinen Wels denken ließ. das ist jedoch unmöglich in diesem Bach. In der Bachmitte entdeckte ich, nicht weit vom Höhleneingang, das tote Nutria und holte es aus dem Wasser. Es war eines der Halbwüchsigen, schlimm zugerichtet, der Bauch war aufgerissen und die Gedärme hingen heraus. Ich begrub es dort, wo schon der Igel liegt und unser Hund. Langsam wird die Ecke des Gartens zu einem Tierfriedhof.

Das Weiße auf dem Grund zum Höhleneingang ließ mir keine Ruhe, weil es nicht zu identifizieren war. Mit einer über den Bach reichenden Stange fischte ich es heran und staunte. Ich hatte den weißen, haarlosen Bauch eines Marders gesehen. Darauf wäre ich nicht gekommen. Es sah aus, als sei er ertrunken. Die Zunge steckte zwischen seinen Zähnen. So, wie er nass dort lag, war die Verwandtschaft mit den Hunden gut sichtbar. Die Breite des Mauls, die starken Kiefer und das Gebiss gaben  auch darüber Auskunft, wie er es schafft, die Gänse und Hühner zu meucheln.

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Ich werde zwar den „Fall“ nicht aufklären können, kann mir aber vorstellen, dass er eines der Nutrias an Land  angegriffen und den Bauch aufgerissen hat. Das große, etwa zehn Kilogramm schwere Muttertier könnte, um die übrigen Jungen zu schützen, den Marder angegriffen und unter Wasser gezogen haben. Selbst hält es das gute fünf Minuten aus, der Marder nicht. Vielleicht hat der Familienverband auch gemeinsam dafür gesorgt, dass es kein weiteres Blutvergießen gibt.

Seltsamerweise wollte der Kater die letzten beiden Nächte nicht nach draußen. Er war wegen des Marders immer etwas nervös und jede Nacht unterwegs zwecks Revierverteidigung. Allerdings war er sicherlich kein Zeuge der Tat und kann daher auch die Notwehr nicht bestätigen.

Auch den Marder habe ich vergraben. Ich hätte ihn auch den Krähen überlassen können. Die werden anderes Futter finden, gewitzt wie sie sind.

 


Nebelrhein

Gestern war es so nebelnieselkalt, dass der warme Ofen der bevorzugte Ort hätte sein sollen. Mich zog es trotzdem ans Wasser. So wie gestern zeigt sich der Rhein nicht so oft, mit leichtem Hochwasser und Ganztagsnebel.

Das andere Ufer ist unsichtbar, das Wasser bekommt dadurch eine beinahe beängstigende Unendlichkeit. Der Blick muss ich mit dem zufrieden geben, was im Umkreis von ein paar Metern liegt. Von den Schiffen künden nur die Wellen, sie fahren Geisterschiffen gleich geräusch- und schiffskörperlos. Warum werden die Töne auch vom Nebel verschluckt? Das Wasser gibt dank Uferrand Orientierung in den Rheinwiesen. Flußaufwärts und dann nach rechts wartete die häusliche Wärme.