Kopfschmuck der Kopfweiden

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Während die im Vorjahr beschnittenen Kopfweiden nun wieder Kopfschmuck tragen dürfen…

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schauen die jetzt noch kahlen neidisch zu, sie müssen warten bis zum nächsten Frühling.


Naturpark Kennemerland

Um den Bericht über die kleine Reise in die Niederlande zu vervollständigen, sollte ich noch den Naturpark erwähnen, dessen Eingang für uns leicht zu erreichen war, da wir in Overveen wohnten. Das ist ein kleiner Ort mit einem Bahnhof uind einem schnuckeligen Hotel. Vom Bahnhof aus kann man stressfrei nach Amsterdam und Haarlem fahren, ohne Parkplatznöte. Für den Naturpark sind Fahrräder am praktischsten. Die Parkgebühren bei den Nachbarn sind ziemlich hoch.

Der Park liegt zwischen Overveen und dem Strand von Bloomendaal. Er ist 38 Quadratkilometer groß, hat hohe Dünen, kleine Wälder und Seen, Wildpferde und Hochlandrinder laufen frei und fressen, was nicht wachsen soll. Die Pfade durch das Gebiet machen das Laufen angenehm, mit dem Rad wären wir schneller voran gekommen, hätten aber vielleicht nicht so viel gesehen am Wegesrand.

Den sehr breiten Strand haben wir zum Schluss auch noch aufgesucht. Die Saison hatte noch nicht so richtig begonnen, man war noch dabei, die Strandpavillions, die immer aufwändiger werden, aufzubauen und herzurichten. Im Sommer wird es sicher nicht mehr so ruhig dort sein. Man kann bequem bis Zandvoort laufen, unterwegs Fisch essen und die Wasservögel beobachten. Mir gefielen die kleinen Strandläufer so gut, die ihre Beine schneller bewegen können, wenn sie vor den Wellen herlaufen, als ich mit den Augen folgen kann. Ab und zu saß eine Möve wie eine Gouvernante bei ihnen. Auch die Krähen spazierten zu Fuß am Wasser entlang, immer nach Leckereien Ausschau haltend.

Zu unserem Erstaunen stellten wir fest, dass das Restaurant in unserem Hotel “Loetje” jeden Abend bis auf den letzten Platz besetzt war, und zwar überwiegend von Einheimischen, an sieben Tagen in der Woche, wie uns der Hausherr versicherte.  Es hat sich offenbar etwas verändert bei den Nachbarn. Ich habe zum guten Frühstück übrigens den besten Kaffee aller (Reise)Zeiten bekommen.

Wir werden bald mal wieder an die Küste fahren. Es ist nicht so weit und trotzdem ganz anders als zu Hause.


Kleiner Rundgang durch Haarlem

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Haarlem ist etwas übersichtlicher als Amsterdam. Mich hat es eher zum Verweilen eingeladen, während Amsterdam immer lockt, um die nächste Ecke zu lugen. Der Baustil ist natürlich sehr ähnlich, gelegentlich steht gelungenes Neues neben dem Alten.

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Sehr Altes wird andererseits auf neue Weise genutzt. Im Beginenhof, wo früher gläubige Frauen ein keusches Leben führten, ist jetzt das Rotlichtviertel mit Fensterprostitution. Wir waren zufällig dorthin geraten und wunderten uns anfangs über die roten Laternen, wie „Landeier“ sich eben wundern. Als ich einen roten Barhocker im Fenster stehen sah, allerdings ohne Besetzung, war mir erst bewusst, wo wir uns befanden – gleich neben der ältesten Kirche von Haarlem.

Alle Restaurants um den besonders am Abend heimelig wirkenden Marktplatz herum waren gut besetzt, mitten in der Woche. Auch der Haarlemer Bahnhof hat am Abend eine spezielle Anmutung. Man erwartet eine einfahrende Dampflock, wenn man dort auf dem Bahnsteig steht und an den gegenüberliegenden Gebäuden studieren kann, dass es einmal Wartesäle erster, zweiter, dritter und vierter Klasse gegeben hat. Im Wartesaal der zweiten Klasse wurde Rock’n Roll getanzt. Der Zug lief ein und ich konnte mich nicht näher überzeugen, ob ich wache oder träume.


Amsterdamer Spiegelungen

Nach welchen Kriterien soll man sich einen Weg durch die Stadt auswählen? Es gibt so viel zu sehen. Es ist ganz ähnlich wie im Museum, unmöglich alles anzuschauen. So bin ich diesmal den Spiegelungen gefolgt und hätte es noch viele Stunden weiter tun können, wegebn der Vielzahl und wegen der Faszination,  wäre es nicht unversehens Abend geworden. Die mehrstöckigen Häuser schließen die Abendsonne aus, die aufglühenden Lichter in Häusern und Laternen wären ein neues Thema gewesen. Die Augen und die Füße waren zu müde, dem noch zu folgen. Eine zufriedene Erschöpfung gaukelte mir auf dem Rückweg im schaukelnden Zug noch immer das leise Tanzen der Häuser im Wasser vor.


Reichsmuseum Amsterdam

ReichsmuseumDas Reichsmuseum mit der Ausstellung “Der Späte Rembrandt” war der eigentliche Grund der Reise zu den Nachbarn.  Es wurden sogar Eintrittskarten vorher online bestellt, um das Schlangestehen zu vermeiden. Das hat tatsächlich funktioniert, keine Schlange oder fast keine, ein paar Leute warteten schon vor uns, aber erst mitten im Museum. In der Eingangshalle sah es noch harmlos aus. Nach einer stop-and-go-Wanderung durch Flure und über Treppen gelangten wir endlich zu den Ausstellungsräumen und wollten gleich wieder weg, hauptsächlich ich. Mein liebster Reisebegleiter ist nicht so empfindlicher gegen Menschenmengen und Raumenge wie ich,  und so wie hier habe ich es auch noch nie erlebt. Im ersten Raum der Ausstellung gab es kaum einen freien Stehplatz, der ganze Raum war voller Menschen, dicht gedrängt, die Luft zum Schneiden, die Chance, an die Bilder zu gelangen sehr gering bis aussichtslos. Da viele kleinformatige Grafiken nicht sichtbar, aber zu erahnen waren, leistete ich gleich den ersten Verzicht. Grafik muss man nicht zwingend im Original sehen, die Drucktechnik ist heute so gut, dass man ohne Verlust darauf zurückgreifen kann, wenn man einem Hauen und Stechen vor den Bildern ausweichen will.

Die Ölbilder im nächsten Raum hatten immerhin ein Format, von dem die obere Hälfte bei meiner Größe von 172 cm auch aus der dritten Reihe noch ganz gut zu erkennen war, wenn nicht gerade zwei bis drei Smartphones zwecks Selfies davor gehalten wurden. Auch die Bilder selbst ohne Selbst wurden fotografiert, was nicht zu verstehen ist, weil die Lichtverhältnisse, der Abstand, die Spiegelung durch die Ölfarbe kein gescheites Foto zuließen. Es gibt reihenweise Bücher im Museumsladen, ebenso gut fotografierte Postkarten, falls man etwas mit nach Hause nehmen möchte. Wer nicht smartphotografierte, stand mit einem Guide und Stöpseln in den Ohren möglichst mittig vor den Bildern, zu zweit oder zu dritt oder zu viert, schaute kurz, ob auch das versprochene Bild an der Stelle hing, die der Führer ansagte, und starrte dann nur noch auf den kleinen Bildschirm des Gerätes. Sowleit ich in meinem Ärger dazu in der Lage war, versuchte ich zu beobachten, wie viele Menschen ein Bild und nur das für länger als 2 Sekunden mit Aufmerksamkeit ansahen. Nicht viele. Man war zu sehr damit beschäftigt, sich einen Platz vor dem Bild zu sichern, um dann alles mögliche zu machen, nur nicht hinzugucken.

Immerhin habe ich durch die freie Sicht im oberen Luftraumjeweils die gemalten Augen der Portraits des Meisters sehen können und eine Überraschung erlebt, die Augen aller Portraitierten, einschließlich der eigenen in den Selbstportraits sind leer, haben keinen Blick, sind wie dunkle Löcher. Das war mir auf Abbildungen noch nie aufgefallen. Wenn ich Gelegenheit bekam, weiter unten einen Blick aufs Bild zu erhaschen, fiel mir noch etwas auf, bei vielen von Rembrandt gemalten Händen ist der kleine Finger zu lang und setzt zu weit oben an, auch die Daumen sitzen nicht ganz richtig.  Bei Genies suche ich gerne nach den Mängeln. Das war aber der einzige, den ich erkennen konnte, nicht nur wegen des Gedränges. Schließlich wollte ich nur noch raus aus dem Gewühl, mir war es plötzlich egal, ob ich auch noch das letzte Selbstportrait zu sehen bekam.

Den Rest des weitläufigen Museums, in dem man sich ganz leicht verlaufen kann, hatten wir dann für uns alleine. Die Aufseher schienen jeweils froh zu sein, dass mal jemand vorbei kam. Leider nimmt die Fähigkeit, etwas aufzunehmen, nach zweieinhalb Stunden rapide ab. Das Museumscafé ist für diesen Fall durchaus zu empfehlen, dort lief trotz des Andrangs aus aller Welt alles wie am Schnürchen.

Sonderausstellungen werden wir nie wieder besuchen, was wir uns schon mehrfach vorgenommen hatten, aber diesmal ist es ernst.


Auf die Spitze getrieben

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Seit etwa 3 Wochen kann ich nach der Winterruhe die Arbeit des Bibers in den Rheinwiesen bei Ginderich wieder verfolgen. Dies ist offenbar sein Meisterstück.


Verschwundene Sonne am Niederrhein

Nebelkrähen

Sie hatten sich schon früh einen guten Platz gesichert für das Schauspiel, mit den Brillen hätten sich sich abwechseln müssen,

es gab nicht mehr genug davon, und dann das:

Leldiglich der Nebel wurde etwas dunkler, aber ganz und gar unspektakulär. Der Rest des Tages verlief normal.


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