Marder am Morgen

Normalerweise sehe ich ihn tagsüber nicht. Er ist dämmerungsaktiv und regt den Kater furchtbar auf, der die Dämmerung für sich gepachtet hat. Sie tun sich zwar nichts, aber sie mögen sich offenbar auch nicht besonders. Für den Kater ist er ein Eindringling. Für die Hühner der Nachbarn bedeutet er Lebensgefahr. Erst vor drei Tagen hat er einem der Hühner den Kopf abgebissen und den Rest liegen gelassen. Der Fuchs hätte das ganze Huhn mitgenommen, auch übe die Zäune hinweg. Unsere Eichhörnchen, meine Lieblingstiere, sind umgezogen, vier km weiter, weil sie den Marder nicht als Nachbarn haben möchten, da er anders als der Kater sich auch auf Bäumen ziemlich sicher bewegt.

Er gehört, wie man der Schilderung unschwer entnehmen kann, nicht zu meinen Lieblingen, trotzdem bin ich jeweils fasziniert, wenn ich ihn sehe, so wie heute morgen noch vor meinem und während seines Frühstücks. Neben Hühnerköpfen, Gänsehälsen und Eichhörnchenbabys mag er nämlich auch Kirschen. Die Wiese liegt voll, weil die Stare weiter oben beim Plündern sind. Mehr als 40 Vögel konnte ich zählen. Sie Stare sind nicht die einzigen, die dafür sorgen, dass wir keine einzige Kirsche selbst pflücken können. Krähen, Amseln, Tauben, Elstern und viele der kleinen Vögel tun sich gütlich im Baum. Die Elstern betrachten ihn als zu ihrem Revier gehörig, teilen aber anstandslos mit den anderen Vögeln. Nicht jedoch mit dem Marder, das wurde deutlich als die Elster herniederstob, einen schrillen Warnschrei ausstieß und sich dann zu Fuß aufmachte, den Marder zu vertreiben. Der wich rückwärts in die Sträucher zurück und kam nicht wieder. Vielleicht wusste diese Elster nicht, dass er Vogelhälse durchbeißt. wenn ihm danach ist. An diesem Morgen hatte er vielleicht Magengrummeln von den vielen Kirschen mit Stein.

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Marder

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Marder und Elster

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Elster als Marderschreck


Im Mai hinter den Deichen

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Meine Lieblingsstelle am Niederrhein, in Ginderich hinter den Deichen, bietet zu jeder Jahreszeit so viel, dass ein Ausflug dorthin jedesmal länger dauert als geplant.

Der Sommerdeich macht jetzt schon seinem Namen alle Ehre, wobei der Mais für mich nicht sein müsste. Gleich dahinter stehen die Schwarzbunten mitten in den Butterblumen wie  glückliche Kühe, kommen neugierig näher, schnauben und schütteln die gelb gechipten Ohren. Ein Stückchen laufen sie mit, bevor sie sich wieder dem saftigen Gras widmen.  So nah schaffe ich es nicht an das Reh heranzukommen, auch wenn es mich zunächst nicht bemerkt, weil es nach dem Reiher schaut, der gerade hinter den Pappeln landen will. Auch zu den Nilgänsen muss ich Abstand halten, sie versuchen sofort, ihr niedliches Dutzend Junge aus der Gefahrenzone zu lotsen. Über allem kreist der Bussard mit lautem Rufen und ein lautloses Flugzeug bringt Menschen in ferne Länder.

Ich bleibe hier.


Wiesenmultikulti

 

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Nein, Euch hat nicht der Storch gebracht, wie kommt ihr denn auf so was?

 


Regengarten


Lautbildungen

Singe, wem Gesang gegeben.

So unterschiedlich die verschiedenen Tiere sich äußern, so unterschiedlich schwer ist es auch, sie mit der Kamera einzufangen. Beim Esel war es leicht. Bei der Nachtigall war es ein Zufall, dass sie nahe genug bei mir war und ich die Kamera parat hatte. Sie ist die meiste Zeit verborgen zwischen den Blättern. Ihr Gesang allerdings macht schon von weitem auf sie aufmerksam.

Es ist für mich die reine Freude, zu hören, sie ist wieder da, am gewohnten Standort in Alpen am Freizeitsee. Es muss ihr so gut gefallen haben, dass durch Schnabelpropaganda zwei weitere Nachtigallen ihre Reviere hier einrichteten. So hat man bei der Umrundung des Sees drei mal Gelegenheit, die Triller und einmaligen Melodien dieser eher unscheinbaren Vögel zu vernehmen. Sehr viele Singvögel sind in den Bäumen und im Buschwerk rings um den See zu hören, manche auch zu sehen, Buchfinken, Rotkehlchen, Amseln, Mönchsgrasmücken, Meisen, Lerchen. Die Nachtigall ist sofort herauszuhören, weil unverwechselbar in ihrem Gesang.

Es gibt an diesem durch Kiesbaggerei entstandenen und renaturierten See zwar ein Freizeitbad für die wenigen warmen Tage im Sommer, ein Taucher-Areal, eines für die Windsurfer, die man seltsamerweise nie auf dem Wasser sieht, alles mit hohen Zäunen versehen,  und einen Abschnitt für die Angler ohne Zäune. Bänke und Papierkörbe gibt es nicht. Man läuft etwa 45 Minuten ringsum. Es wäre schön, speziell für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, ein paar Bänke vorzufinden, aufs Wasser zu schauen und die Wasservögel zu beobachten oder eben den Nachtigallen zu lauschen. Niemand ist bereit, zwei oder drei Bänke zu spendieren, weder die ortsansässigen Banken, noch die Firmen, noch die Gemeinde. Ich las, man habe Sorge wegen Vandalismus. Ich glaube, man möchte nicht, dass Bürger einfach nur so sitzen, kosten- und nutzlos.

 


Der Hunger der Wölfe

Der Anlass zum Ausflug nach Anholt in den Bärenpark waren die Biomotten in den Bionüssen. Sie kommen früher oder später, dieses Jahr früher. Ich lagere die Walnüsse nicht mehr im Haus, weil ich die Motten scheue. Den Wildschweinen im Bärenpark macht es nichts aus, sie fressen alles mit. Die Frischlinge können dann gleich das Nüsseknacken lernen.

Wir waren früh genug dort, um die Fütterung des Luchspaares und der Wölfe zu sehen. Ohne Fütterung hält man vergeblich Ausschau nach den Tieren, weil die Gehege so weitläufig sind und Höhlen und Versteckmöglichkeiten haben.

Bei den Wölfen gab es Reh. Bevor es nun Aufregung gibt und Tierschützer sich einschalten,  das Reh war überfahren worden und schon tot. Die Wölfe hatten offensichtlich Hunger, sie strichen in einigem Abstand in den Büschen herum, kamen aber nicht näher an die Futterstelle heran. Der Pfleger im grünen Overall neben seinem weißen Kastenwagen erklärte den wenigen Besuchern, er habe vor ein paar Tagen dem Wolfspaar zwei Junge entwenden müssen, eines sei geblieben. Die jungen Wölfe kommen in andere Rudel. Die Eltern wurden per Blasrohr betäubt, weil sie es sonst kaum zugelassen hätten. Allerdings haben sie sich gemerkt, wer ihnen da zu nahe kam. Erst als der Pfleger samt Auto verschwand, kamen die Wölfe vorsichtig näher, zuerst der Altwolf.

Der Jungwolf versuchte zwar sein Glück, wurde aber sogleich verscheucht. Erst als der Vater gefressen hatte, durfte der Sohn sich dazugesellen. Fell wurde abgerupft und beide Wölfe fraßen augenscheinlich genüsslich vom nicht Alltäglichen.

Die Wölfin strich zwar immer mal mit Blick auf die beiden zwischen den Bäumen herum, legte sich aber schließlich ganz ruhig in den Schatten und wartete. Als die beiden Wölfe fürs erste genug gefressen hatten und sich trollten, konnte auch die Wölfin vom immer noch reichlich Vorhanden ihren Anteil zu sich nehmen.

 

 


Frühlingsnacht in der Stadt

 

Nachtaufnahmen sind nicht meine Stärke. Unbedingt notwendig ist ein Stativ und der Fernauslöser soll auch sehr hilfreich sein, weil man beim Auslösen leicht verwackelt. Ich hatte alles im Auto und die besten Vorsätze. Dann bin ich doch wieder nur mit dem lichtstarken Weitwinkelobjektiv auf der Kamera losgezogen, wohl wissend, wie unprofessionell das ist. Ich mag das Hantieren, Ausrichten, Rauf- und Unterstellen  nicht. Bis ich damit fertig bin, habe ich auf das anvisierte Foto keine Lust mehr. Also lieber aus der freien Hand und später sortieren. Mit so guten Ergebnissen hatte ich selbst nicht gerechnet. Bei ISO 1600 gibt es zwar immer ein leichtes Bildrauschen, aber so schlimm ist es gar nicht, finde ich.

Interessant war, wie anders ich die Stadt wahrnahm, so menschenleer und dunkel bis auf die vielfältigen Beleuchtungen. Nachts ist sie eindeutig schöner.

 


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