B wie Bussard

 

Vielleicht hätte ich den Bussard gar nicht so schnell wahrgenommen, wenn ich nicht gerade das Buch gelesen hätte „H wie Habicht“ von Helen MacDonald, in dem es u.a. um die Abrichtung dieses majestätischen Greifvogels geht. Das Buch hat mich sehr beeindruckt, genau so wie der Vogel selbst, als ich einmal Gelegenheit hatte, ihn aus der Nähe bei einem Falkner zu sehen und zu portraitieren.

Alpen, Nabu

Im Garten und dem umliegenden Gelände also treibt sich ein Bussard herum, ich sehe ihn fast täglich, er ist immer irgendwo in der Nähe und fliegt auch nicht sehr schnell auf, wenn er mich bemerkt. Der Bussard ist lange nicht so beeindruckend wie der Habicht, auch weniger auffällig in seinen Erdfarben. Dieser fällt jedoch durch sein Verhalten auf. Er fliegt nicht höher als drei Meter über dem Boden und immer nur kurze Strecken. In der Nähe wohnt ein Bussard-Paar, mit dem hat er offenbar nichts zu schaffen.

Vorgestern stürzte er sich von der Bank unter dem Kirschbaum und ich sah ihn fressen, hatte ein bisschen Sorge, es könnte der Kater sein, weil es etwas relativ großes, schwarzes gewesen ist. Als ich nachher schaute, woraus seine Mahlzeit bestanden haben könnte, fand ich nichts, keine Federn, kein Stückchen Fell, kein Blut. Er hatte aber deutlich etwas heruntergezerrt und verschlungen, auf jeden Fall größer als eine Maus oder Ratte.

Ich bin nicht sicher, ob dieser Greifvogel in Ordnung ist. Er benimmt sich seltsam. Morgen werde ich jemand fragen, der sich damit auskennt, bevor ich mir Falknerhandschuhe zulege.

 


Die Große Düsseldorfer

Im letzten Jahr habe ich die Ausstellung leider versäumt. Heute war an Arbeit draußen nicht zu denken, den ganzen Tag strömte dieser kalte Regen vom dunkelgrauen Himmel. In Museumsräumen sieht und merkt man nichts davon. Dieses Mal wurde außer Kunst in unterschiedlichsten Formen noch etwas geboten, was mich auf der einen Seite ablenkte, auf der anderen neu hinlenkte zu den Kunstwerken.

DSC03803

Es waren Kinder anwesend, viele Kinder und meistens auf dem Boden und außerdem hochkonzentriert. Wo findet man das sonst noch? Trotz ähnlicher Haltungen sind sie doch mit unterschiedlicher Intensität beim Werk gewesen, manche still für sich, andere in Zweiergemeinschaft oder in größeren Gruppen. Die Gruppen waren am wenigsten konzentriert, auch gab es den Hang, nicht selbst genau auf das Bild zu schauen, sondern zu gucken, wie es der Nachbar macht. Für mich als Betrachterin sowohl der Szenen auf dem Boden als auch der Bilder, um die es ging, ergab sich jeweils eine neue Fragestellung. Was interessiert dieses Kind an diesem Bild? Einige hatten sich recht komplizierte Kunstwerke ausgesucht und versuchten, das Gesehene mit anderen Mitteln als der Künstler wiederzugeben.  Gar nicht so einfach und häufig auch eine neue Interpretation.

Die beiden Jungen, die ich anfangs für erschöpft und schlafend hielt, waren ernsthaft bei der Arbeit. Aus dieser Perspektive musste das Bild völlig anders wirken, als aus meiner stehenden. Ich habe noch nie versucht, im Liegen zu zeichnen, aber jetzt mache ich das mal. Ein bisschen war ich neidisch auf die Unbekümmertheit der Kinder. Man stelle sich vor, ich legte mich im Museum auf den Boden und kopierte ein Bild. Was würde wohl passieren? Zunächst werde ich es aber sicherheitshalber zu Hause ausprobieren. Jedes der Kinder hätte übrigens das Bild mit einem individuellen Fußabdruck signieren können. Wann kriegt man schon mal so viele Sohlen zu sehen. Erstaunlich war außerdem, dass die Farben der Kleidung der Kinder jeweils zum Bild passten.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. März 2017. Ich finde, es lohnt sich, sie ist sehr anregend, es gibt neben anderem viele sehr gute Fotoarbeiten.


Wind, Regen und Schwerkraft

DSC03757.jpg

U M FALL

DSC03758.jpg

UMFALLOPFER


Was von den Weiden übrig bleibt

DSC03746 1.jpg

Das Köpfen der Weiden haben zwei Männer mit Kettensägen an einem Nachmittag erledigt. Es waren neun Bäume, die sieben Jahre nicht geschnitten worden waren. Entsprechend lang maßen die Äste, zwischen acht und zehn Meter, der Umfang der Äste reicht aus, um es nach zweijähriger Trocknungszeit im Kachelofen zu verbrennen. Es brennt im Prinzip zu schnell weg, aber zwischen Buche und Eiche nutzen wir es trotzdem. Allerdings muss es erst einmal eingesammelt, im Holzschuppen gestapelt und alles andere zu Kleinholz gemacht werden. Auf dem Foto sieht man nicht, dass die andere Seite des Baches genau so voller Material liegt. An diesem Wochenende hatte ich zum Glück Hilfe. Den Rest muss ich jetzt alleine wegschaffen. Ich bin also in dieser Woche noch im Graben am Bach beim Kleinholz machen anzutreffen, falls mich jemand sucht.

Ab und zu lassen sich die Rehe blicken oder die Nutrias, immer nur von Weitem, regelmäßig kreist das Bussardpaar über den Wiesen. Die Vögel ringsum liefern die Begleitmusik, als ob schon Frühling wäre.


Schnee an einem Tag

Wir haben am Niederrhein so selten Schnee, dass ich, wenn er tatsächlich den ganzen Tag liegen bleibt, den ganzen Tag aus dem Häuschen bin, im wahren und doppelten Sinn der Worte. Bevor es jetzt mit dem Frühling los geht – immerhin ist die Lerche schon seit 3 Wochen beim Jubilieren und der Star, der in der Dachrinne am Giebel seinen Jungen aufzieht, damit sie nahe beim Kirschbaum tätig werden können, hat auch schon die Gegebenheiten inspiziert – lade ich die Winterfotos noch schnell hoch zum Beweis, dass es hier auch weiß sein kann.

Als erstes das Suchbild mit Gänsen:

DSC03693.jpg

Dann die hässliche Karre vom Nachbarn, ganz zauberhaft im Schnee:

DSC03714.jpg

Die Walnussbäume mit Durchblick auf die Siedlung, beinahe romantisch:

DSC03711.jpg

Die Mistel mit Schneemäntelchen darf auch nicht fehlen:

DSC03699.jpg

So, bis zum nächsten Winter wird es solche Pracht wohl nicht mehr geben. Ich rechne mit einem frühen Frühjahr.


Wenn es Nacht wird…

…zum Beispiel in Alpen am Samstag, zwischen 19  und 19.30 Uhr.


Rare Eiszeit am Rhein

DSC03645.jpgDSC03641.jpg

Die alte und die neue Rheinbrücke im Hintergrund wäre eine schöne Kulisse für gemächliche Runden mit Schlittschuhen über das Eis. Es trägt aber noch nicht und es taut schon wieder. Früher war das anders und früher war es auch noch nicht verboten oder es hat uns nicht interessiert, dass es verboten war.

Es ist eine so schöne Erinnerung, mit den Kindern über das Eis zu schlittern, überall knackte es bedenklich, was die Sache spannend machte. Dann mit hochroten Wangen und hungrig heimkehren, sich aufwärmen am Ofen, ach…