Gartenrestaurant “Zur Birne”

DSC09408Die Birnen sind offenbar zu empfehlen in diesem Jahr.


Die Farben des IJsselmeeres

Zum Schluss meines Berichtes über unsere Friesland-Aufenthalte noch ein paar Worte zum IJsselmeer. Dank Wikipedia weiß ich nun auch, dass die ersten beiden Buchstaben groß geschrieben werden. Ich bitte, die diesbezüglich bisher gemachten Schreibfehler zu entschuldigen. Über die Entstehung dieses Süßwassersees gleich neben der salzigen Nordsee steht auch alles bei Wikipedia.

Ich gebe zu, diesem See gegenüber das Vorurteil gepflegt zu haben, er sei langweilig. Interessiert hat er mich lediglich aus dem Grund des Zuflusses der Issel, die ja immerhin vom linken Niederrhein stammt, hier zwar nur ein etwas breiterer Bach ist, aber bei Kampen immerhin zum stattlicher Fluss angeschwollen, der dann endlich im IJsselmeer mündet.
An einem Tag mit wechselndem Wolkenspiel und Wind genug für die Segelschiffe hat mich das Farbenspiel der weitläufigen Wasserfläche verblüfft. Es lag ein spezielles Licht über dem Wasser, Unendlichkeit suggerierend.

In Ufernähe sind zahlreiche Wasservögel zu beobachten, die Haubentaucher haben zwischen zwei und vier Junge. Es tummeln sich mindestens zehn Familien auf dem von uns bewanderten Stück von etwa 4 km. Enten, Schwäne und Kormorane sind auch vertreten.


Ab und zu tauchen Segelboote auf, ein Dreimaster kommt um die Ecke der Landzunge mit den Bunkeranlagen des letzten Krieges. In einer flachen Bucht tummeln sich die Surfer, weiter draußen die Kiter, hier mit Platz genug für gewagte Sprünge. Alles wirkt sehr ruhig und doch ist viel los auf dem Wasser. Es hat mir zum ersten Mal leid getan, dass ich keine Seglerin bin und keinen Bootsführerschein besitze. Zum Schwimmen war es mir jedoch ein wenig zu kühl.


Bolsward in Friesland

Beinahe hätten wir, ohne Absicht, alle elf friesischen Städte besucht, die an dem Eisschnelllauf-Marathon zuletzt 1997 teilnahmen. Aufgefallen ist es uns in Bolsward, dort sahen wir die vollständige Liste (nachzulesen hier) und bemerkten das Fehlen von dreien der beteiligten Städte in unserer friesischen Erkundungstour. Ich hoffe, wir können das noch nachholen, alle anderen acht Städte haben mir ausnehmend gut gefallen. Hier die, die uns noch fehlen: Stavoren, Hindeloopen , IJlst.

Da wir in allen in Friesland besuchten Städtchen immer von Wasserläufen umgeben waren, wurde uns nun erst richtig bewusst, dass sie auch alle miteinander verbunden sind. Man kann mit einem Ruderboot von einer Stadt zur anderen gelangen. Mit Schlittschuhen bei zugefrorenen Kanälen und Grachten ist das sicher ein besonderer Spaß. Leider friert es so stark nicht mehr und ich würde mich wahrscheinlich auch nicht mehr auf Schlittschuhe trauen. Statt dessen wird von diesen Städtchen nun eine Radtour entlang den Wasserstraßen angeboten, was mir empfehlenswert erscheint. Diese Radtour beginnt und endet in Bolsward. Ungeachtet dessen wird jeden Winter aufs Neue das Eis auf den Grachten im Auge behalten.

Die erste Siedlung entstand vor etwa 2.000 Jahren, Stadtrechte erhielt Boalsert, wie es friesisch heißt, im Jahr 1455 und war somit Hansestadt. Das Rathaus zeugt von der blühenden Vergangenheit, die sich auf Textilindustrie, Butter- und Käsehandel begründete. Es gab einen Einbruch nach einer Viehsuche und einen Rückgang der Einwohnerzahl.

Man braucht keinen Stadtplan, um im alten Ortskern alles Sehenswerte zu erreichen. Vom Rathaus, welches als schönstes der Niederlande bezeichnet wird, mit dem man eine Weile zu tun hat, will man die vielen figürlichen Einzelheiten betrachten, führt eine kleine Straße an der Gracht entlang zur Martinikirche, bezeichnet als „Dom des Nordens“.

Der gotische Kirchenbau war ursprünglich römisch-katholisch und gehört jetzt zur Reformierten Kirche. Die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert weckt Interesse durch ihre Schnitzereien, die die vier Jahreszeiten darstellen. Bis dahin hatte ich noch nie Muscheln an einer Kanzel gefunden. Auch beim Chorgestühl gab es einiges zu studieren und zu rätseln.

Wir hätte noch die Brauerei und eine Destillerie besuchen können. Das Wetter war jedoch zu schön, so ließen wir es uns entlang der Grachten und in einem der Cafés gut gehen.


Harlingen

Kleine Hafenstädte ziehen mich magisch an. Das scheint vielen Menschen so zu gehen. Auch Harlingen kann sich über einen Mangel an Touristen nicht beklagen, zumal die hier liegenden und fahrenden Schiffe vielfältige Aufgaben haben. Die meisten Menschen wollen zu den Fähren , die mehrmals täglich die Inseln Terschelling und Vlieland anlaufen. Die Fischkutter bringen ihren Fang in den neuen Fischerhafen und die vielen Plattbodenschiffe nehmen Jungendliche zur Unterweisung an Bord. Wie in allen Häfen, liegen sehr viele Segeljachten vor Anker. Die wenigsten sind unterwegs.

Es war auch so genug Betrieb auf dem Wasser des Wattenmeeres. Ein ständiges Ein- und Auslaufen von kleinen Bötchen bis zu Dreimastern war den Tag über zu beobachten.  In den Grachten, gesäumt von alten Treppengiebelhäusern, ging es etwas ruhiger zu. Wie in den anderen Orten Frieslands auch hier eine gewisse Beschaulichkeit und viel Gelassenheit. Das Leben scheint sich nach den Gezeiten zu richten und die lassen sich bekanntlich viel Zeit.

Ich wusste bis dahin nicht, dass ganze Schulklassen Kurse auf den Plattbodenschiffen belegen. Es waren auch viele deutsche Jungendliche dabei, während des Unterrichts an Bord alle sehr aufmerksam und gelegentlich erstaunt, wie viel Kraft es braucht, ein Segel hochzuziehen. Sie fahren tatsächlich auch hinaus mit den Booten, übers Wattenmeer bis auf die Inseln. Nicht nur Kinder und Jugendliche können solche Boote mieten.

Meine Kamera hatte viel zu tun an diesem Tag in Harlingen, der Himmel mit weißen Wolken bot genau den richtigen Hintergrund.


Franeker in Friesland

Auf den Ort Franeker bin ich durch Janwillem van de Wetering und seine Friesland-Krimis gekommen. Dabei weiß ich nicht einmal mehr, was er genau darüber schrieb. Der Name hat sich einfach festgehakt. Deshalb suchten wir eine Unterkunft in der Nähe und fanden ein umgebautes friesisches Bauernhaus in Kirchturmsichtweite von Franeker. Uns wurde der ehemalige Pferdestall zugeteilt, sehr gemütlich umgebaut und eingerichtet. Das liebevoll zubereitete Frühstück war ein Gedicht, die Eier von den eigenen Hühnern genau so gut, wie die Auskünfte der patenten Chefin des Hauses über die nähere und weitere Umgebung. Alle empfehlenswerten Restaurants kannte sie selbst, was uns die Suche ersparte.

Wir erfuhren, dass Franeker etwas mehr als 200 Jahre lang bis Anfang des 19. Jahrhunderts eine Universität besaß. Es liegt zwischen Harlingen und Leeuwarden am Harinxmakanal, der auch von größeren Schiffen befahren wird. Eine Werft liegt an diesem Kanal. In vielen kleinen Grachten spiegeln sich die hübschen Fassaden der alten Häuser, wobei das Rathaus als prachtvollstes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert den Blick von allen Seiten auf sich zieht.

In einem der alten Gebäude in der Nähe der Martinikirche ist eine Bäckerei untergebracht mit ungewöhnlicher Schaufenstergestaltung.

Als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung liegt das Städtchen ideal.


Storchenkinder am Rheindeich

Inzwischen werden die Störche am linken Niederrhein kaum noch beringt, weil es wieder genug Brutpaare gibt. Eines davon hat sich in Rheinberg-Wallach niedergelassen, auf dem Dach eines Bauernhofs nahe am Deich. Seitdem wählen wir den Deichweg für die Morgenrunde immer häufiger, „gucken, was die Störche machen“.

DSC02764 1
Zunächst sahen wir nur die Elternvögel, meist in den Rheinwiesen am Deich. Dann saßen sie abwechselnd auf dem Nest. Bis wir den ersten Jungvogel zu Gesicht bekamen dauerte es bestimmt 5 Wochen. Ich habe es leider nicht notiert. In der Zeit, als sie schon geschlüpft sein mussten, war es noch einmal sehr kalt und nass. Das bringt die Jungvögel oft ums Leben. Der Besitzer des Hofes und Erbauer des Neststandes berichtete, es habe genug Futter gegeben, weil im Deichgebiet so viele junge Kaninchen vorhanden waren. Es war Mitte Juni als ich ein erstes Foto von den beiden Jungvögeln machen konnte, weil ein bisschen mehr als die Köpfe und Schnäbel zu sehen war.

Einen Monat später waren sie so groß, dass wir täglich darauf warteten, sie endlich fliegen zu sehen. Die meiste Zeit standen sie jedoch im Nest herum, putzten sich und warteten auf Futter. Kam ein Elternteil mit Leckereien, war die Aufregung und das Geflatter groß. Offenbar vertragen sich die beiden Jungvögel gut, es sind Bruder und Schwester. Die Schwester ist etwas zierlicher und kleiner.
Der Vater wurde in Belgien beringt, die Mutter ist ohne Kennzeichen.

Gestern hatte ich Glück und konnte den Vater bei der Fütterung beobachten, vorher war er noch eben im Baumarkt und hat Nestverstärkung besorgt, weil der Sturm vor 3 Tagen offenbar Schäden verursachte. Erst wurde ausgebessert, dann gefüttert.

Heute nun sah ich den männlichen Jungstorch zum ersten Mal fliegen bis auf die Eselwiese. Leider war ich zu weit weg, um das einfangen zu können. Der Esel wollte ihn dort nicht dulden, also flog er zum Nest zurück. Die Schwester schaute zu. Auch für sie wird es Zeit zum Training. Wenn ich 2.000 km fliegen sollte, würde ich mehr als einen Monat Training brauchen.


Das Fischerdorf Makkum

Auf dem Hinweg zu unsere Reiseziel Franeker machten wir u.a. in Makkum Halt. Das ist ein Dorf ungefähr 10 km vom Abschlussdeich entfernt direkt am Ijsselmeer.

Hier waren immer schon die Fischer zu Hause und auch jetzt gibt es noch eine kleine Flotte von Fischerbooten in einem malerischen Hafen.

Ich hätte gar nicht mehr weiter fahren müssen, so gut gefiel es mir hier. Als Fan von Schiffen, Booten und allem was dazu gehört einschließlich der Wasserspiegelungen war es für mich der richtige Ort.

DSC08849

Entsprechend lange hielten wir uns dort auf, beobachteten die unzähligen Schwäne und andere Wasservögel, die Brücke, die sich immerzu für die Boote öffnen und schließen musste, ein paar Jugendliche, die eine seltsame Sportart betrieben, die daraus bestand, über einen Bootssteeg und eine kleine Rampe mit dem Rad ins Hafenwasser zu springen, das Rad von sich zu werfen und es nachher gemeinsam vom Grund heraufzuholen.

DSC08859

Einen Jachthafen gibt es auch, aber die Fischerboote sind interessanter für mich. Als am Himmel sehr dunkle Wolken aufzogen, brachen wir mit Bedauern auf, kamen aber doch noch in einen heftigen sturmgepeitschten Regen, der die schmalen Landstraßen schnell unter Wasser setze. Als gäbe es in Friesland nicht Wasser genug.


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 153 Followern an