Städtische Galerie Liebieghaus in Frankfurt am Main


Altertum und Skyline

Bei einem zweitägigen Aufenthalt in Frankfurt stand auch das Liebieghaus auf der Liste. Es ist im März 2008 wieder eröffnet worden und erstmalig sind auch die oberen Stockwerke zugänglich. Allein das Haus zu besuchen ist ein Erlebnis. Der Architekt Leonhard Romeis errichtete die Villa zwischen 1892 und 1896 für den Textilfabrikanten Heinrich Baron von Liebieg. Es sind verschiedene europäische Baustile im Gebäude vereint.

p1000313Wir fanden Stuck- und Holzdecken, Fayencen als Wandverkleidungen, eingebaute Bücherschränke und vor allem aus allen Fenstern den Blick auf die hochmoderne Skyline von Frankfurt. Ich hätte mir gut vorstellen können, in einem der Erker lesend und schreibend den Tag zu verbringen. Die Hektik der Stadt bleibt außen, hier drinnen herrscht eine beschauliche Ruhe, nur unterbrochen durch das Knarren der Holzdielen.

Die letzte Ausstellung haben wir leider nicht sehen können, von ihr zeugte nur noch ein Malkasten für Kinder, jetzt im Preis herabgesetzt, der die Farben für eine kleine Nachbildung des einstmals weißen Reliefs enthielt samt Anleitung für die bunte Bemalung.
Da offenbar die Sammlung neu sortiert wurde, war uns nur Mittelalter bis Klassizismus zugänglich sowie die Sammlung kleiner Plastiken und Bücher aus aller Welt in den oberen Räumen.

Da die 1909 die Skulpturen-Sammlung als Pendant zur Gemäldesammlung des Städel eingerichtet wurde, beruht sie nicht auf Vorlieben eines einzelnen Sammlers, wie es bei fürstlichen Sammlungen der Fall ist, sondern wurde aus ganz unterschiedlichen Richtungen zusammengetragen und immer weiter ergänzt.

Es lohnt sich, die Atmosphäre des Hauses zu genießen und die wertvollen Stücke der Sammlung in dieser einzitigen Umgebung auf sich wirken zu lassen. Ich war besonders angetan von den ausdrucksstarken Figurengruppen des Mittelalters, wie zum Beispiel der Christus-Johannes-Gruppe aus farbig gefasstem Holz oder einer Christusfigur aus Boppard, die so elend und leidend wirkt, wie ich es selten sah.

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Im Sommer wird sicherlich in der Außenanlage des Cafés im schönen Garten unter dem Blauglockenbaum ein angemessener Nachklang des Gesehenen möglich sein. Der Kaffee dort ist jedenfalls zu empfehlen.

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5 Kommentare on “Städtische Galerie Liebieghaus in Frankfurt am Main”

  1. hyke sagt:

    Da ich Dir nicht einfach ein „nützlich“ geben will, liebe Karu, hier ein ehrliches hilfreich und natürlich gut geschrieben!

  2. Karu02 sagt:

    Oh, vielen Dank. Schön, dass Du mich hier aufgestöbert hast. Wie komme ich jetzt an Dein Blog? Ich bin noch nicht richtig vertraut mit der Technik hier.

  3. hyke sagt:

    http://hyke.wordpress.com/
    Dann nehme ich Dich mal gleich zu meinen Kontakten!

  4. botschaftneukoelln sagt:

    Vielen Dank von einem Exil-Hessen !!!

    http://botschaftneukoelln.wordpress.com/

  5. philipp1112 sagt:

    Hallo Karu, schreib bitte weitere so interessante Artikel über Frankfurt.


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