Obidos

Ein Ort und eine Lagune wie aus dem Bilderbuch

Der nächste Tag war der Lagoa de Obidos und dem Städtchen gleichen Namens gewidmet. Der Wind hatte noch nicht nachgelassen. Er fegte den feinen Sand durch die Luft, peitschte ihn regelrecht, so dass ich nicht wagte, die Kamera einzusetzen. Sie mag keinen Sand. Die sanfte Landschaft um die große Lagune ist von Dünen und Kiefernwäldchen geprägt. Kleine Orte reihen sich an beiden Seiten weiß mit roten Dächern. Auf dem Wasser schaukeln Boote. In einem der Dörfchen versorgten wir uns für das Mittagspicknick und bekamen für insgesamt 3,58 Euro alles. was zum Sattwerden nötig war, zwei dicke Brötchen, eine geräucherte Wurst, Wasser, etwas Obst. Da ich die Lagune auch von der anderen Seite sehen wollte, man aber endlos drum herum fahren muss, gerieten wir ungewollt in ein Gebiet, was uns zunächst Rätsel aufgab. Die Straße war beiderseits von Mauern gesäumt, hinter diesen Mauern war der Wald aus Kiefern und Steineichen gerodet, es gab ungeheure Erdverschiebungen, um das Gelände eben zu gestalten, die Hügel wurden weggeschaufelt. Das über eine Strecke so weit das Auge reichte. Wir dachten zuerst an etwas Militärisches. Es stellte sich jedoch heraus, dass in diesem ursprünglichen Gebiet sich ein Investor niedergelassen hatte, der das Gelände in einen Golf-Touristen-Park umwandeln würde. Unglaublich aber offenbar eine Tatsache.

Von der Lagune aus fuhren wir auf Obidos zu, sahen als erstes das Aquädukt und die Stadtmauern des zum Weltkulturerbe gehörenden Städtchens. Durch das Tor mit der azulejogekachelten Innenwand gelangten wir in die kopfsteingepflasterten Gassen mit den weißblauen hübsch restaurierten Häusern.

In der Hauptstraße wird allerlei Kunsthandwerkliches und regional Kulinarisches angeboten. Etwas oberhalb gelangt man zum Castelo, das eine Posada beherbergt mit einem sehr schönen Innenhof. Dies war die erste Posada, die in einem historischen Gebäude untergebracht wurde. Damit hat diese hervorragende Einrichtung, alte Gebäude mit Staatsunterstützung als Unterkünfte zu nutzen, ihren segensreichen Lauf genommen.

Die Stadtmauer ist begehbar und man schaut in die kleinen Gärten zwischen den weißen Häusern hinunter. Vom Mittelalter bis zur Renaissance hat jedes Zeitalter seine Spuren in diesem Städtchen hinterlassen. Es wirkt wie ein großes Freilichtmuseum, aber keineswegs steril und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

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One Comment on “Obidos”

  1. oachkatz sagt:

    wie wunderschön


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