Nationalpark Monfragüe

Wandern im Naturschutzpark Monfragüe

Für unseren Wandertag hatten wir uns den Naturschutzpark ausgesucht, der seit 1979 die höchste Schutz-Stufe genießt und 2003 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt wurde. Schon auf dem Weg dorthin konnten wir von einer Brücke herab den Blick auf einen Fischotter erhaschen, der für meine Kamera allerdings viel zu schnell war. Voller Vorfreude fuhren wir weiter aufwärts über autofreie Straßen bis zu einer Stelle, an der sich plötzlich aus dem Nichts sehr viele Autos versammelt hatten, auch ein paar Busse. Wir sahen Menschen mit Campingstühlen und Ferngläsern, Schulklassen und Wandergruppen, sogar spanische Wanderer! Die mussten alle aus der anderen Richtung gekommen sein. Wir hatten nun aber auch ganz von selbst den interessantesten Punkt des Nationalparkes gefunden. Umgeben vom Wasser der gestauten Flüsse Tajo und Tiétar ragt ein Felsen auf, von einer verfallenen Burg gekrönt. Wir befanden uns auf einer Brücke hoch über dem Wasser und somit auch über einigen der in Scharen herumfliegenden Greifvögel, die offenbar in diesen Felsen vor und hinter der Brücke niesten. Es soll hier die größte Kolonie mit 286 Brutpaaren des Mönchsgeiers in Europa geben. Da ich mit bloßem Auge Mönchs- und Gänsegeier nicht unterscheiden kann, gebe ich nur wieder, was auf der Schautafel versichert wurde. Auch 12 Kaiseradlerpaare soll es hier geben, außerdem Habichtsadler, Schmutzgeier und Schwarzstörche, Uhes und Steinadler. Zwei Adler meinte ich ausmachen zu können und da sich alle Ferngläser auf diese beiden konzentrierten, wird es wohl so gewesen sein. Ich bewunderte die Leute, die Stunden mit einem Fernglas vor den Augen verbringen können. Mir wird vom Fernglasgucken immer ganz komisch.

Wir fuhren noch ein Stück weiter bis zum Informationszentrum des Parks. Auf den Hinweistafeln waren alle Tiere aufgeführt, die hier leben, vom Laubfrosch bis zum Rothirsch. Am meisten interessierte mich das Ichneumon, schon wegen des Namens und weil mir ein solches Tier bis dahin nicht bekannt war. Inzwischen weiß ich, dass es zu der Familie der Mangusten gehört. Wie auch immer, ich war fest entschlossen ein Ichneumon zu sehen, besser noch, eins zu fotografieren.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Wir nahmen den erstbesten von mehreren möglichen Wanderwegen und waren von da an wieder ganz alleine unterwegs. Nur einmal hörten wir von ferne die spanische Wandergruppe, die also tatsächlich wanderte. Ich betone das, weil Italiener, Spanier, Portugiesen und Südfranzosen nicht wirklich das Wandern in den Genen verankert haben, wie überhaupt das gehen als Fortbewegungsart ihnen fremd zu sein scheint. Die Landschaft war ähnlich den Landschaften, die wir bisher durchstreift hatten, hier jedoch bergiger und unten im Tal fanden wir jeweils einen Bachlauf.


Es gab keine Tiere! Nichts! Nicht mal einen Frosch, geschweige denn ein Ichneumon. Ich hielt Augen und Ohren weit offen, verlor dabei die Sonnenblende der Kamera, weil ich in jede Schlucht spähte, aber nicht einmal am Himmel zeigte sich der Hauch eines Flügels. Wir sahen in diesen fast 4 Stunden nur Flora, keine Fauna. Zwischen den Stein- und Korkeichen viel Zistrosengebüsch, ein paar Erdbeerbäume, noch ohne die auffälligen Früchte, Erika-Gewächse unterschiedlicher Art und an den Südhängen Oliven.

Auf dem Rückweg, am Burgfelsen, schwebten die großen Vögel wieder alle majestätisch durch die Luft. Ich glaube, sie werden fürs Schaufliegen und -nisten bezahlt und dürfen nur dort wo die Parkplätze sind.

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One Comment on “Nationalpark Monfragüe”

  1. […] wir auf den Fall – mit einem kleinen Umweg – an dem Volgelfelsen im Nationalpark Monfrague. Kaum waren wir aus den Bergen heraus, wölbte sich der bis dahin verhangene Himmel blau über der […]


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