évora

Plätze, Gassen und Paläste

 

An einem Sonntagmorgen verließen wir die Extremadura über die E 90 genannte Autobahn. Ein bisschen fühlten wir uns jeweils so, als benutzten wir diese Fahrstraßen verbotener Weise, als hätten wir irgendwo eine Absperrung übersehen. So leer sind Autobahnen in Deutschland nie.

Wir wollten noch 3 Tage am Atlantik verbringen und ich hatte Sesimbra ausgesucht, wieder mal, weil es so gut klingt, wie eine Stadt in einem Märchen. Nun hatten wir nur diesen einen Tag für die Querung Portugals und konnten nicht alles im Altentejo besuchen, was uns reizvoll erschien. Daher entschieden wir uns für Evora, weil es an der Strecke lag.

Und schon wieder hatten wir es mit einer Weltkulturerbestadt zu tun. Das hätten wir vorher nicht gedacht, dass in dieser Ecke der Welt das Weltkurturerbe dicht an dicht nebeneinander liegt. Wir hatten eher mit kulturlosen Erbhöfen in endlosen Einöden und gelegentlich kleinen Dörfern, die gerade mal einen Dorfbrunnen vorzuweisen haben als bildhauerische Erbmasse gerechnet. Statt dessen liefen wir jetzt schon wieder durch eine Stadt mit blitzblanken Kopfsteinpflasterstraßen, die gesäumt von weißgetünchten Häusern alle auf kleine und große Plätze zuliefen, die mit Palästen umstanden den Eindruck von Wohlhabenheit vermittelten.

Schon die gewaltige, gut erhaltene Stadtmauer deutete auf eine frühe Bedeutung der Stadt hin, die sich auf römischer Besatzung gründend über die Mauren weiterentwickelte und schließlich von den portugiesischen Königen ausersehen wurde, dort gewählt zu werden. 1559 wurde eine Jesuiten-Universität gegründet, 1759 wurde sie wieder geschlossen und Evora verlor seinen Rang. 1979 wurde die Universität wieder eröffnet.

Mitten im Stadtzentrum liegt der Parca do Giraldo, der Platz mit dem Marmorbrunnen. Dort lässt sich gut mitten auf dem Platz, mit Blick auf die Kirche und die Arkaden, Mittagspause machen und das lebhafte Treiben ringsum beobachten.

Hier sehen wir nun auch Touristengruppen mit Reiseführern in den Händen. Wir schließen daraus, dass es noch mehr zu sehen gibt, entdecken die prächtige Kathedrale Se, die Reste des Diana-Tempels, ein ehemaliges Kloster, in dessen Zellen nun Touristenbetten stehen und natürlich auch das Aquädukt. Was wir versäumt haben ist die Capela dos Ossos, an deren Wände Gebeinen gestapelt sind.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir noch einmal ins Alentejo kommen und das versäumte nachholen. Auf den Hügeln neben der Autobahn entdeckten wir bei der Weiterfahrt überall Burgen oder Ruinen von Burgen und Ansammlungen weißer Häuser. Evora ist hier sicher nicht die einzige reizvolle kleine Stadt.

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