Energiegewinnung

Nach den  Windrädern, die uns gegen allerlei Widerstände in die Landschaft gesetzt werden , gehen jetzt die Biogasanlagen in Betrieb. Die neueste läuft jetzt mit einem dumpfen aber eindringlichen Dauerbrummton, gut 2 km weit zu hören. Ja, ich sehe ja ein, die Energie muss irgendwie erzeugt werden und schöne Landschaften sind wohl das überflüssigste was es gibt. Außer uns läuft hier sowieso kaum jemand herum, alle sitzen lieber zu Hause und verbrauchen Strom oder sind in ihren Vorgärten mit den lauten Laubverteilmaschinen zugange. Auf dem Rheindeich kann ich jetzt in keine Richtung mehr gucken ohne Energieerzeugungsmonumente.

Das neue Windrad am Baggersee, wo ich so gerne die Haubentaucher und die Gespinnstmotten beobachte, ist mir durch das Windradgeräusch, vergleichbar mit Flugzeuglärm im Anflug auf Weeze, nur eben andauernd, verleidet. Ich bin ein geräuschempfindlicher Mensch und weiß am Niederrhein kaum noch wohin. Den Wald durchschneidet die tosende Autobahn und ständig kommen neue Dauerlärmerzeuger hinzu, die ausgerechnet dort installiert werden, wo es bis dahin einigermaßen still war. Dann doch lieber Solaranlagen, obwohl die auch nicht schön sind, aber wenigstens leise. Strom sparen wäre auch nicht schlecht.

Für mich müsste der Himmel über den Städten im Winter nicht Vollmondhell beleuchtet sein und sämtliche Weihnachtsgartenilluminationen gehören  sofort verboten. Ja, stimmt, ich verbrauche auch immer n0ch zu viel Energie, selbst wenn ich die Standbys abschalte.

 

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9 Kommentare on “Energiegewinnung”

  1. Michael Zoll sagt:

    Ja, ja, die umstrittenen Bio – Gasanlagen! Wem nutzen sie wirklich und zu welchem Preis ?

  2. Philipp Elph sagt:

    Irgendwas strahlt immer!

  3. Lakritze sagt:

    Hier ist es nicht anders: Überall werden fieberhaft (um nicht zu sagen: kopflos) Stromerzeuger in die Gegend gestellt — irgendwer wird ordentlich daran verdienen –; was mich ärgert, ist, daß immer vom alternativer Bedarfsdeckung die Rede ist und nie davon, den Bedarf zu senken.

  4. richensa sagt:

    Und für das sogenannte Biogas wird die Landschaft ohne Ende mit Mais oder inzwischen auch Hirse vollgestellt, die die tradionellen Anbausorten inzwischen vollkommen verdrängt haben: das Zeug könnte man oftmals nicht einmal ans Vieh verfüttern! Dafür steht es sehr lange auf den Feldern rum. Ackerbau wird nicht mehr zur Nahrungsmittelproduktion gemacht, sondern für die Biogasanlage, komische Zeiten!

  5. karu02 sagt:

    Als wir im Herbst in der Steiermark waren, konnte ich mir schon mal ansehen, wie es in Kürze hier auch aussehen wird, Quadratkilometer Maisfeld an Maisfeld im flachen Teil östlich von Graz. Noch ist es hier nicht ganz so schlimm, aber die Tendenz ist deutlich zunehmend. Ich habe auch erfahren, dass die Schafe auf den Deichen deswegen nicht mehr weiden dürfen, weil das Gras für die Biogasanlagen gebraucht wird und daher mit Maschinen geschnitten. Das ist doch verrückt, oder?

  6. Uffnik sagt:

    Biogasanlagen hielt ich bislang für eine gangbare Alternative zu den GROWIANen, die der Landschaft nun wirklich alles nehmen, was sie interessant macht. Vom Lärmpegel einmal völlig abgesehen.
    Dass es bei der Stromgewinnung durch Biogas ebenfalls zu solchen „Belästigungen“ kommt, war mir neu. In Dreieich wird eine Biogasanlage direkt im Klärwerk betrieben. Im Sommer gehe ich dort öfter mit den Hunden entlang. Da ist das Rauschen der Becken deutlicher zu vernehmen, als die Stromproduktion durch Faulgase. Offenbar kommt es doch sehr auf die Motoren und deren Geräuschdämpfung an, die jeweils verwandt werden.

    Ganz vorbildlich – in meinen Augen – ist nun hier eine Solar-Großanlage. Es wird eine ehemalige, aufgeschüttete Mülldeponie einer sinnvollen Nutzung zugeführt. Und ganz toll ist, daß man sich innerhalb der Gesamtanlage Module kaufen kann. Die Anlage soll noch dieses Jahr ans Netz gehen. Mit dem Anteilsverkauf hapert´s aber leider noch immer. Außer Zwischenbescheiden und Vertröstungen ist noch nicht wirklich viel passiert. Schaumermal.

  7. rotewelt sagt:

    Windräder empfinde ich als bedrohlich und wirklich landschaftszerstörend, Solarzellen als hässlich, aber doch vielleicht als „verträglichste“ Lösung, da sie die Landschaft nicht zerschneiden und leise sind. Dass Biogasanlagen über zwei Kilometer hinweg brummen, wusste ich nicht… Ein schwieriges Thema!

  8. walterlenz sagt:

    Ich kann deinen Ärger verstehen, Karu. Mein Freund hier in der Gegend hat gerade die Einrichtung für Erdwärme installiert und seinen Ölbrenner ganz abgeschaltet. Diese Anlage braucht zwar Strom, der ja irgendwo herkommen muss. Aber für ihn rechnet es sich. Und in der Summe wohl auch.

    • karu02 sagt:

      Es mag sein, dass es sich für Einzelnen rechnet. Gerade eben habe ich gehört, dass die Zuckerrüben in drei Jahren auch in die Biogasanlagen sollen. Das wird den Zuckerpreis noch mehr in die Höhe treiben und unser Landschaftsbild wird dann nur noch aus Mais- und Zuckerrübenfeldern bestehen. Wie das aussieht, kann man, wie schon geschrieben, in der Oststeiermark besichtigen. Es ist eher Ratlosigkeit, was ich denken soll darüber und Zweifel daran, ob Lebensmittel in Tanks gehören und wohin das führen wird und wem das tatsächlich nützt und wo es eher schadet. Ich überblicke das nicht und daher beunruhigt es mich. Vor allem, wie auch Lakritze schrieb, wird nicht oder zu wenig darüber nachgedacht, wie weniger Energie verbraucht, sondern nur, wie sie anders erzeugt werden kann.


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