Taktstockschreiner

Schon das Wort ließ mich sofort aufmerken: „Taktstockschreiner“. Das  hörte ich gestern im Radio auf WDR 5 unter „Neugier genügt“, gefolgt von einem herzerfrischendes Interview mit Ralf Seidel, offenkundig ein Mann mit einer Passion. Er fertigt Taktstöcke von Hand wie sein Großvater und zwar ausschließlich aus kanadischem Ahorn.  Mir hat das so gut gefallen, dass ich auf der Stelle Dirigentin hätte werden wollen (wäre ich nicht musikalisch derart unterbelichtet), nur um mir einen Taktstock von dem Mann mit dem  sympathischen Augsburger Tonfall anfertigen zu lassen. Das ist schließlich etwas ganz anderes, als so ein Taktstock von der Stange.
Nachzulesen ist seine Geschichte und die seines Großvaters hier. Sie verdient Beachtung, weil leidenschaftliche Handarbeit immer seltener wird, darum gebe ich das gerne weiter, auch wenn nicht gleich jeder einen Taktstock brauchen wird.

 

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12 Kommentare on “Taktstockschreiner”

  1. Philipp Elph sagt:

    Tolles Geschäftsfeld! Danke für diesen Bericht.

  2. Richensa sagt:

    Oh, wie schön! Es liest sich so ähnlich wie „Zauberstabschreiner“… der Effekt ist ja auch so ähnlich, wenn so ein kleines Stäbchen ein großes Orchester zum Musizieren bringt…

  3. vilmoskörte sagt:

    Was es nicht alles gibt, toll!

  4. cablee sagt:

    Ob du nun dirigierst oder nicht, Karu, wenn du gerne einen hättest, solltest du vielleicht trotzdem einen kaufen, einfach nur, um dich dran zu erfreuen !

    • karu02 sagt:

      Ich überlege mir das, zu dirigieren gibt es ja gelegentlich auch anderes, nicht nur ein Orchester. Mit etwas Takt funktioniert das vielleicht sogar besser. 😉

  5. kormoranflug sagt:

    Die wahren Meister können mit einem Taktstock zaubern.

  6. oachkatz sagt:

    Und das aus Augsburg!

    • oachkatz sagt:

      Aber dass Du den Akzent sympatisch findest, freut mich zwar, verwundert mich aber auch. Schön ist er ja nicht gerade.

      • karu02 sagt:

        Du hast die gebürtigen Niederrheiner von der linken Rheinseite noch nicht gehört, nehme ich an. Ich mag die allermeisten „Färbungen“ der Sprache, weil es Sprache so schön bunt macht. Nur im Saarland tut es manchmal weh; und hier ringsum.

      • Lakritze sagt:

        Zum Saarland: man gewöhnt sich an alles. .)

  7. Lakritze sagt:

    Das ist toll — ich wußte bis heute nicht mal, daß man Taktstöcke schreinert (und nicht dreht, zieht, schnitzt oder klont).

  8. karu02 sagt:

    Von schneiden, erster Vorgang, und schnitzen war auch die Rede. Wahrscheinlich sind die Übergänge fließend, obwohl das zu Holz nun gar nicht passt.


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