Le Bois des Moutiers

Der erste Tag unseres Aufenthaltes in der Normandie versprach feuchtkühl zu werden. Wir hielten daher   nach Besichtigungspunkten Ausschau. Im reichlichen Flyer-Material unserer Unterkunft wurde auf verschiedene Gärten hingewiesen. Wir wählten den Bois des Moutiers in Varengeville-sur-mer, etwas über 10 km südlich von Dieppe gelegen.

Schon die Strecke dorthin erinnerte stark an die Landschaft in Südengland mit Hohlwegen zwischen seitlichen Böschungen, mit Hecken und Bäumen bepflanzt und ohne Einblick in die dahinter liegenden Gärten. Der leichte Nebel verstärkte diesen Eindruck noch. Der Park war leicht zu finden, weil frühzeitig ausgeschildert. Es gab nicht viele Besucher an diesem Morgen. Umso überraschter war ich von dem, was geboten wurde.

Le Bois des Moutiers

Haus und Garten wurden um 1900 von Architekt Edwin Lutyens and Gartengestalterin Gertrude Jekyll für den Besitzer Guillaume Mallet geschaffen,  und sind berühmt für ihre Bestände an Rhododendron, Azaleen und Magnolie, auf einer Fläche von 12 Hektar. http://www.boisdesmoutiers.com/
Inzwischen sind 11 Erben Besitzer des Anwesens und es gehen Gerüchte, es soll verkauft werden. Zum Glück erlauben es meine Mittel nicht, sonst würde ich mit dem Gedanken jetzt schwanger gehen, diesen wunderbaren Garten mit einer Blickstelle aufs Meer sofort zu erwerben. Eine Stiftung kümmert sich um die Erhaltung. Das dürfte dann auch so bleiben.

Le Bois des MoutiersEdwin Lutyens (1869-1944)

Der Park besteht aus mehreren Gärten, die thematisch rund um das Haus arrangiert sind und doch hat man den Eindruck, alles ist so „von Natur aus“ vorgesehen. Der Charme besteht darin, dass es nicht angelegt wirkt sondern gewachsen. Ich weiß, welche Kunst das ist, seit ich meinem Garten ein halbwildes Dasein gestatten will. Halbwild geht eben nicht. Hier offenbar wohl. Ich war nicht nur wegen der Meterhohen Magnolien und Rhododendren mit mit mehr umfassbaren Stämmen begeistert, sondern vor allem wegen der Atmosphäre, die mit dem Zusammenklang aller Elemente erzeugt wird. Das ist Gartenkunst, wie ich sie bei Goethes Wahlverwandtschaften kennenlernte und hier so wieder fand, wie ich es mir vorstellte, damals beim Lesen.
Le Bois des Moutiers Edwin Lutyens (1869-1944)
Der leichte Nebel und der nachfolgende ebenso leichte Regen verhinderten zwar die Fotos, die ich gerne gemacht hätte, passten sehr gut zur Atmosphäre des Parks, allerdings möchte ich ihn auch bei Sonnenschein und wenn alles blüht noch einmal sehen. Jetzt waren es die Magnolien und mannshohen Kamelien, die die Farbtupfer setzten, später werden die Rhododendren und Azaleen die Vorherrschaft übernehmen.

Das Haus zwischen all dem Grün weckte bei dem Dunst sogleich Assoziationen zu englischen (nicht zu französischen) Krimis. Ich weiß nicht, ob man es auch besichtigen kann, es wirkte verschlossen und unbelebt und ließ daher genug Raum für Phantasien. Dieser Park ist eine unbedingte Empfehlung.

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3 Kommentare on “Le Bois des Moutiers”

  1. Michael Zoll sagt:

    Schön dort, so das du eine Residenz dort hast sogar ? ! 😉

    Lieber Gruß „nur aus Berlin“ und eine gute 20.Woche gewünscht,

    Michael

  2. cablee sagt:

    Das obere Foto hat ja etwas Mystisches… Schöne Aufnahmen!

  3. rotewelt sagt:

    Oh wie schön, Landschaft, Haus und Aufnahmen! Das Anwesen hätte ich auch gern…


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