Sommerarbeit

Unkraut

 

Der Sommer macht bedeutend mehr Arbeit als der Winter. Ich verfüge nicht über solche Geräte, will auch nicht darüber verfügen, weil sie Lärm machen. Das oben abgebildete Feld liegt in einem Waldgebiet und man hört das Teil überall. Im Wald höre ich lieber die Vogelstimmen.

Hätte ich so ein Gerät, wäre ich schneller fertig mit dem, was überall  wächst, ohne dass ich es gesät oder gepflanzt hätte, es sät sich selbst und pflanzt sich fort, von Sommer zu Sommer. Dabei habe ich genug zu tun mit dem Gewollten, um mich um Ungewolltes auch noch kümmern zu können. Da das Ungewollte das Gewollte jedoch in ungeahnter Geschwindigkeit überwuchert, erstickt und verkümmern lässt, bleibt nichts übrig als das Kümmern mit gekrümmtem Rücken und per Hand, weil das keinen Lärm macht. Es reicht schon, wenn der Rasentrecker treckert, wenn die gewollten Wiesen in übersichtlicher Höhe gehalten und nicht in Flächen für Distel, wilde Melde und wilde Möhre, Klee und Huflattich, Butterblume und Vogelmiere verwandelt werden soll. Das verbietet sich wegen des zu erwartenden Fallobstes, jetzt noch klein und grün fest am Ast.
Alles andere also in altmodischer Handarbeit, das Zupfen, Pflücken und Verarbeiten der gewollten und ungewollten Sommergaben. Die Erdbeeren hören gar nicht mehr auf zu reifen, die Stachelbeeren sind nur bedingt brauchbar, sie faulen teilweise am Strauch, die Johannisbeeren sind eine Wucht, weil die dicken Beeren gleich bis ganz unten rot sind, die Himbeeren melden auch schon Pflückreife an. Das ergibt zusammen eine gute Rote Grütze und einzeln leckere Konfitüren.

Ich wollte nur sagen, ich komme kaum zum blog-lesen und -schreiben, wegen der Handarbeit. Bleibt mir gewogen. Es grüßt die tüchtige Landfrau.

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7 Kommentare on “Sommerarbeit”

  1. rotewelt sagt:

    Ich mag auch keine Lärm verursachenden Gartengeräte! Aber dann muss man da eben durch, mit Handarbeit und gekrümmtem Rücken. Ich wünsche dir dennoch Spaß dabei und eine gute Ernte!

  2. kormoranflug sagt:

    Selbst in der Stadt werden die Hecken von den Fachbetrieben von diesen lauten Benzinmotorgeräten geschnitten. Der Privatmann hingegen muss sich an die Lärmschutzvorschriften halten. Handarbeit macht jedenfalls mehr Spass.

  3. vilmoskörte sagt:

    Ja, auch in der Stadt ist es eine Qual mit den lauten und stinkenden Geräten dieser Art. Dort, wo ich arbeite, ist fast immer jemand mit einem lärmenden Gerät (es scheint davon eine unbeschränkte Anzahl zu geben) unterwegs, so dass man bei geöffnetem Fenster nicht arbeiten kann.

  4. karu02 sagt:

    Ja, Handarbeit macht mehr Spaß. Ich schneide eine lange Kirschlorbeerhecke komplett mit meiner Lieblingsschere, flüsterleise, nur eine gelegentlichs Knacken der dickeren Äste ist zu hören. Danach habe ich Blasen an den Händen.
    Ich kann bei Lärm auch nicht arbeiten, alles was ich dann denke wäre strafrechtlich relevant. Am allerallerschlimmsten sind diese Laubbläser, aber das kommt erst im Herbst.

  5. Lakritze sagt:

    Hm, das sieht martialisch aus, mit Helm und dem Gerät im Anschlag …
    Ich bin fanatische Von-Hand-Arbeiterin; nur Wasch- und Spülmaschine dürfen sich bei mir nützlich machen. Alles andere dauert eben.


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