Von Ootmarsum nach Nordhorn

Zweiter Tag

Nachdem wir am ersten Tag die nähere Umgebung mit den Rädern erkundet hatten, sollte es am zweiten Tag ein Tour von Ootmarsum nach Nordhorn sein.
Die Räder blieben noch im Auto, Ootmarsum sollte zu Fuß erkundet werden. In der kleinen Stadt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, wenn man sich die wenigen Attribute der Neuzeit wegdenkt. Hier wurde in den Kriegen nichts zerstört, bis auf die Befestigungsanlagen im 80-jährigen Krieg.  So steht das alte Rathaus aus dem Jahr 1777 ganz unversehrt mit Elementen des Rokoko über dem Eingangsportal.

Altes Rathaus Ootmarsum

Nicht weit entfernt davon die Katholische Kirche, erbaut 1196 – 1220, als einzige in den Niederlanden in der westfälischen Romano-Gotik. Wie uns der Küster berichtete, war die Kirche von Mitte des 17. bis Anfang des 18. Jahrhunderts niederländisch-reformiert und wurde erst auf Befehl Napoleons an die römisch-katholische Kirche zurückgegeben. Es war leider nicht hell genug für Fotos, es lohnt sich, hineinzugehen.

Katholische Kirche Ootmarsum

Das Städtchen, gegründet 126 n.Chr. von einem fränkischen Feldherrn Othmar hieß zu Beginn Ootmarsheem. Als Handelszentrum zwischen Norddeutschland und West-Niederlande erhielt der Ort 1314 Stadtrechte. Später verlor die kleine Stadt an Bedeutung, weil die Verkehrswege nicht dorthin führten, keine Eisenbahn und keine Kanäle. Daher blieb auch das mittelalterliche Aussehen erhalten und heute setzt die Stadt offenbar auf Tourismus. Es gibt sehr viele Galerien und der Ort gilt als Kunststadt des niederländischen Ostens. Es hätten eines ganzen Tages bedurft, alle Galerien und das zentral gelegene Kunstmuseum zu besuche. Wir haben uns mit den Fenstern begnügt und werden noch einmal einen Ausflug dorthin unternehmen, nur für die Kunst und das Freilichtmuseum in der gemächlich, gemütlichen Atmosphäre.

Idylle

Nach dem Rundgang ging die Fahrt per Fiets weiter über Land Richtung Nordhorn. Auch zwischen den Orten in der freien Landschaft sind die Radwege tadellos in Ordnung, keine Schlaglöcher, keine hervorstehenden Wurzeln und absolut rücksichtsvolle Autofahrer bei Kreuzungen. Man kann sich darauf verlassen, dass die Radler Vorfahrt haben.

Singraven 2

Bevor wir der gut ausgeschilderten Strecke nach Nordhorn an der Dinkel entlang folgten, streiften wir eines der Landgüter dieser Gegend, das 470 Hektar große Landgut Singraven mit weitläufiger Parkanlage, alter dreirädrige Wassermühle, Kutschhaus und Restauration vor den Toren. Auch hier hätten wir einen ganzen Tag verbringen können zwischen hohen, alten Bäumen und großen Wasserflächen.

Singraven 1

Wir wollten aber noch ein Stückchen weiter bis zur deutschen Grenze am Nordhorn-Almeloe-Kanal entlang, der zum großen Teil mit Seerosen bewachsen ist und durch die vielen Wasservögel für Abwechslung sorgt bei der Fahrt.

Kanal Nordhorn-Almeloe

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5 Kommentare on “Von Ootmarsum nach Nordhorn”

  1. Die Fotos sind ja wunderschön, manche geradezu wie aus einem Märchenbuch.

  2. wunderschön ! Danke fürs mitnehmen ! 🙂

  3. Lakritze sagt:

    Sieht sehr nach Urlaub aus. Schön bei den Nachbarn, doch! Auf Deinen Bildern jedenfalls.

  4. rotewelt sagt:

    Ein hübscher, heimelig wirkender, gut erhaltener Ort und eine schöne Landpartie, schönen Bilder von idyllischen Motiven!


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