Weinberge im Piemont

Von der Fahrt durch die Schweiz in Richtung Turin ist mir der Blick auf das Monte Rosa-Massiv am meisten in Erinnerung geblieben, schon weiß auf dem Gipfeln vor blauem Himmel.. Gleich danach hat mich die Po-Ebene beeindruckt, leider gab es keine Parkplätze und somit keine Haltemöglichkeit auf dieser Autobahnstrecke. Ich wusste zunächst nicht, was dort wächst und um diese Jahreszeit eine so ungewöhnliche Ocker-Grün-Färbung hat, etwa halb so hoch wie Getreide. Dann sah ich die sumpfigen Stellen überall und dachte an Reispflanzen. Das hat sich als richtig herausgestellt. Noch nie habe ich Felderweise Reis wachsen sehen. Gerne wäre ich mit der Kamera für einen Tag dort herumgestreift. Vielleicht ein anderes Mal.


Dieses Mal steuerten wir Neive an, einen der vielen kleinen Orte auf den vielen Weinhügeln. Es war mit schwer gefallen, eine Wahl zu treffen, es gibt jede Menge Unterkünfte im Piemont. Dieser Ort in der Provinz Cuneo war dann aber genau richtig für uns, der attraktivste in der Umgebung, zumal es ein Weindorf sein sollte und nicht Alba oder Asti als Städtchen. Wie ich erst nachher erfuhr, ist er, sehr zu recht, wie ich finde, in die Liste der schönsten italienischen Dörfer aufgenommen.

Nieve ist nicht sehr groß, hat ca. 3.500 Einwohner und liegt ganz oben auf der Kuppe des Berges. Der Eindruck eines verschlafenen Dörfchens, den man tagsüber haben kann, täuscht allerdings. Im historischen Kern des Dorfes befinden sich, wenn ich richtig gezählt habe, sechs Restaurants, Osterias oder Enotheken mit Speisekarten. Abends und speziell am Wochenende sind dort alle Plätze belegt. Am erfreulichsten fand ich, dass die jungen Leute dort sehr kenntnisreich mit dem Wein umgehen. Der Genuss, die Freude am guten Wein und am guten Essen, standen deutlich im Vordergrund. Wir haben übrigens überall, wo wir einkehrten, sehr gut gegessen. Da ich keine Rotweintrinkerin bin, habe ich die Flaschen mit dem Barolo oder dem Barbaresco nur angeschaut und mit den Weißen vorlieb genommen.

Von den alten Mauern Neives aus hatten wir einen wunderbaren Blick über die Weinhänge. Zwei Tage lang konnten wir solche Aussichten von allen Hügeln aus genießen, vom Nachbardorf aus sogar mit Blick auf die Berge hinter Turin. Dann kam der Nebel und es war vorbei mit der Sicht.

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8 Kommentare on “Weinberge im Piemont”

  1. Dina sagt:

    Ein wunderschöner Ausflug! Danke, dort wäre ich jetzt gerne …
    Eine schönes Wochenende wünscht
    Dina

  2. wirklich wunderschön dort ! Das muss ich mir merken für die Herbstferien im nächsten Jahr. Hab ja da immer nur eine Woche, aber so weit weg ist das denke ich nicht 🙂

  3. Uffnik sagt:

    Ich war schon wenigstens 30 Jahre nicht mehr in der Gegend. Es werden aber etliche Erinnerungen an weinseelige Abende mit Freunden geweckt.
    Danke für den Schubser.

  4. richensa sagt:

    Das war ja eine tolle Reise, wunderbare Fotos!
    Da muss ich doch mal hin, irgendwann…

  5. rotewelt sagt:

    Ein sehr attraktiver Zwischenstopp! Wunderbare Lichtstimmungen über der schönen Landschaft hast du eingefangen. Die farbperspektivisch gestaffelten Hügelketten – Kaspar David Friedrich lässt grüßen!
    Ich war noch nie im Piemont, mache immer Halt an einem der oberitalienischen Seen, wollte aber schon immer mal in das Barolo- und Barbaresca-Gebiet (ich bevorzuge Rotwein).
    Gut verstehen kann ich deine Lust, mal in der Po-Ebene Fotos zu machen. Im Herbst denke ich das auch immer, wenn ich dort vorbeifahre (und ja, es gibt keine Parkplätze!). Wenn die Nebel über dem Po wabern, muss es noch schöner sein.

  6. oachkatz sagt:

    Na toll. Und wie komme ich jetzt in den (oder das?) Piemont? Du und Deine verführerischen Bilder und Worte…

  7. hach, wie schön! Mein Vater war auch gerade im Piemont und er schwärmt genauso. Scheint ja wirklich ein Tipp zu sein!


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