Mondovi im Nebel

Als der Nebel aufkam, dicht und nass, und nicht wieder verschwinden wollte, fuhren wir in die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, nach Cuneo. Das hatten wir von einer Durchreise in guter Erinnerung. Das war damals ein normaler Wochentag. Diesmal war es ein Samstag und wie fast überall Parkplatznot. Mit etwas Glück konnten wir das Auto abstellen und merkten schnell, warum wir dazu Glück brauchten. In der Stadt wurde das Kastanienfest gefeiert. Von den schönen Arkaden an der Hauptstraße entlang war fast nichts zu sehen, weil Zelte davor aufgebaut waren mit den Produkten der Umgebung, Wolle, Wurst, Käse, Süßigkeiten, Honig, Obst, Wein usw.  Die Menschen schoben sich da hindurch, wie überall, wenn es Märkte gibt, ob Weihnachts-, Oster- oder Herbst-.

Kirche St. Pedro-Paolo
Am frühen Nachmittag entflohen wir dem immer stärker werdenden Andrang und landeten eher zufällig in Mondovi, ca. 25 km östlich von Cuneo. Dort war es ruhiger, wenn auch nicht weniger nebelig. Schon die Unterstadt am Fluss Ellero, der in den Ligurischen Alpen entspringt,  gefiel uns gut mit den alten Fassaden, kleinen Plätzen und Wandmalereien bis wir zu einer Bergbahn gelangten, die wir sofort benutzen ohne zu wissen, dass sie uns in die Oberstadt führen würde.

Das was ganz oben auf dem Hügel liegt, ist die eigentliche Altstadt. Gegründet wurde diese Stadt 1198 und seit dem 14. Jhdt. ist sie Bischofssitz. Rund um den auf dem höchsten Punkt liegenden Belvedere mit der Riesenturmuhr winden sich schmale Gassen mit alten Häusern, die wirken, als gäbe es die Neuzeit noch gar nicht. Man soll, wie ich später las, von hier oben einen grandiosen Blick über die Landschaft haben und auch die hohen Berge im Hintergrund sehen können. An diesem Tag sahen wir nichts, nicht mal die Unterstadt.

Es gibt eine Reihe schöner Fotos bei „Google-Bilder“ zu Mondovi im Sonnenschein. Zum Trost suchten wir in der Unterstadt, die wir trotz Nebel zu Fuß wiederfanden, eines der Cafés auf, die neben dem ausgezeichneten Kaffee kleine köstlichen Gebäckstückchen anbieten, Miniwindbeutel, Minitörtchen mit Obst belegt, Blätterteig mit Creme gefüllt usw, mehr als 20 Sorten. Das sollte man hierzulande auch einführen statt der Riesentortenstücke, von denen man nur ein einziges zu sich nehmen kann. Hier konnten wir drei oder vier dieser Leckereien auswählen und uns an den Tisch bringen lassen. Das haben wir an verschiedenen Stellen im Piemont wieder gefunden, während man sonst in Italien in den Café-Bars selten auch Kuchen vorfindet.

Diese Stadt würde ich gerne bei Sonnenschein noch einmal besuchen. Leider haben wir auf der Rückfahrt auch nichts sehen können rechts und links.

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