Herz der Stadt

Ab und zu fahren wir in die Landeshauptstadt, meist zu Museumsbesuchen. So auch vor ein paar Tagen. Die Große Düsseldorfer Kunstausstellung, die jährlich stattfindet und nun nur noch „Die Große“ heißt, zeigt einen Überblick über das Schaffen der Künstler in NRW. Sie läuft noch bis zum 6. März. Es sind dort so viele unterschiedlich Kunstrichtungen nebeneinander zu sehen, dass sich über die Ausstellung als Ganzes kaum etwas sagen lässt.
Ein Gang durch die Stadt muss natürlich anschließend auch noch sein. Nach längerer Abstinenz wird es mir oft nach einer halben Stunde schon zu viel, so viele Menschen, so viele Restaurants, so viele Geschäfte.  In Düsseldorf gibt es alles zu kaufen, was ein Mensch begehren kann, sogar mehr als das.  Edles auf der Königstraße, in verschiedenen gold- und marmorbestückten Palästen, alles andere in der Altstadt und ringsum.

Kö-Bogen vom Hofgarten aus Fassade im Wasser

 
Als wir durch den Hofgarten zum Parkplatz zurückgingen, weil es dort ruhiger ist, bemerkte ich das neue Einkaufszentrum Kö-Bogen, auch als Krönung der Königstraße bezeichnet, von dem ich gehört und gelesen, aber noch nichts gesehen hatte. Namhafte Architekten waren hier am Werk, von Nachhaltigkeit war die Rede und vom „neu gestalteten Herz der Stadt“. Dieses Herz soll nun alles bereithalten, was an gehobenem Bedarf bisher als Wunsch noch gar nicht geweckt war. Immerhin müssen keine langen Wege mehr zurückgelegt werden, um den Porsche und den neuen Mac Pro einzukaufen. Alles ganz nah beieinander. Ich müsste mich bei Strenesse oder Joop erst neu einkleiden, um überhaupt reingelassen zu werden.

Vor schwarzem Himmel
Wie auch immer, jedem das seine. Ich hatte nur die Außenansicht vom Hofgarten aus im Blick und gefallen hat mir lediglich die Spiegelung.  Wenn ich mal Zeit habe, werde ich den Rest anschauen, einschließlich der Dachgärten. Was ich bis jetzt gesehen habe, würde mir nur gefallen, wäre der Himmel über Düsseldorf schwarz. Vielleicht richtet man das noch ein. Ein ruhiger Hintergrund würde der Fassade gut tun.

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9 Kommentare on “Herz der Stadt”

  1. vilmoskörte sagt:

    Spannende Fassade, so etwas sieht man in der Hauptstadt leider nur sehr selten. Hier reiht sich gerade rund um den schönen Hbf ein mittelmäßiger Hotelklotz an den anderen.

  2. walterlenz sagt:

    Einen ehemaligen Düsseldorfer irritiert das Gebäude. Die Umgebung hätte etwas Sensibleres verdient. Am Medienhafen gibt es das bisweilen. Zum Beispiel das Maki-Solitaire.

  3. oachkatz sagt:

    Ich finde es nicht schlecht. Mir geht es wie Vilmoskörte: ein gesichtsloser und langweiliger Bürobau nach dem anderen füllt so langsam die leeren Ecken der Stadt, da wäre so was mal eine echte Freude.

  4. kormoranflug sagt:

    Das Foto „Wasserspiegelung“ gefällt mir am Besten. Über den Bau schweige ich lieber.

  5. karu02 sagt:

    Ich finde das Bauwerk schrecklich unruhig, nur auf dem Foto wirkt es schön grafisch. Nachts bei Beleuchtung scheint es auch einen guten Eindruck zu machen (ich habe davon bisher auch nur ein Foto gesehen), aber tagsüber kann man fast nicht hingucken ohne Augenschmerzen.
    Ich mochte es auf Anhieb nicht, nur die Spiegelungen.

  6. Lakritze sagt:

    Du mochtest es nicht? Auf Deinen Bildern wirkt es extravagant und spannend. Jedenfalls: erstaunlich, was Städte sich so alles für Herzen bauen. Stuttgart hat auch so was; kalt wirkt das.

    • karu02 sagt:

      Auf Extravaganz wird in Düsseldorf viel Wert gelegt. Ich fahre noch mal hin und gucke mir den ganzen Komplex an, die Fotos sind ja nur ein kleiner Ausschnitt.


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