Keine Verbindung nach England

Am nächsten Morgen wies uns die Hausdame nach einem guten Frühstück den Weg zur nächsten Tankstelle, etwa 6 km entfernt. Nach den Berechnungen meines liebsten Reisebegleiters hatten wir noch eineinhalb Liter Benzin im Tank. Tagsüber waren die Straßen zum Glück ein wenig belebter, innerhalb einer viertel Stunde kam schon mal ein Auto vorbei. Wir erreichten die Tankstelle an einer Hauptstraße. Die Zapfsäule zeigte von einen Betrag von 7,36 und ließ sich nicht auf Null stellen. Der Tankstellenmann verhandelte direkt neben uns mit einem Lastwagenfahrer und ließ sich nicht stören. Schließlich gab im Inneren der Werkstatt jemand Auskunft, dass diese Zapfsäule, die einzige, defekt sei. Wir erfuhren als freiwillige Zugabe, dass die nächste Tankstelle in 1 km Entfernung beim SuperU zu finden sei.

Bis dahin ging es bergab und beinahe wären wir noch daran vorbeigefahren. Der Tank fasst 60 Liter, getankt haben wir 61,5 Liter. Noch mal gut gegangen! So konnten wir jetzt mit Ruhe weiterfahren nach Barneville-Carteret, wie Surtainville an der Westküste der Halbinsel. Dort wollten wir nachschauen, ob uns tatsächlich keine Fähre nach Jersey hinüber bringen würde. Die Ermittlungen im Internet hatten das ergeben. Es stellte sich als richtig heraus, die ganze Woche gab es keine Fährverbindung. Wie konnte das sein?

Hafeneinfahrt Barneville-Carteret

Die Insel war deutlich zu erkennen, bei klarer Sicht sogar die Felsen, die im Wasser vor der Insel aufragen. Wir hatten den Eindruck, ein Ruderboot würde genügen, so ruhig wie das Wasser war ohne Wind. Gab es denn hier keinen Austausch von der Insel zum Festland und zurück? Das ist doch bei allen Inseln so. In der Saison gibt es wohl einen Fährverkehr, wie uns schien, aber nur für Touristen.

Im Segelhafen fragte ich mich, ob diese Boote, wenn sie denn segeln, bis Jersey hinüber kommen. Aber segeln sieht man sie ja so gut wie nie, sie liegen immer nur in Häfen herum.

Statt eines Fährausflugs haben wir eine Wanderung unternommen, hoch zum Leuchtturm und zurück. Es hatte sich gelohnt, hierher zu fahren, die Landschaft bietet alles, was man sich von einer Küste wünschen kann, steile Klippen, weite Strände, hohe Dünen, kleine Wäldchen und noch die Ruine einer alten Kirche.  Leider haben wir mittags im Hafen das schlechteste Essen unserer Reise serviert bekommen.

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5 Kommentare on “Keine Verbindung nach England”

  1. richensa sagt:

    Puh, wie spannend…. mein liebster Reisegefährte hätte nienich‘ mit nur noch anderthalb Liter Benzin die Nerven behalten 😉
    Aber gut, dass ihr doch noch wieder nachfüllen konntet…

  2. Dina sagt:

    Das war aber knapp!! Ich platze anscheinend mitten in einer Reihe Reiseberichte rein, jetzt suche ich gleich den Anfang. 🙂

  3. oachkatz sagt:

    Schön, mit Dir auf Reisen zu gehen – vor allem, wenn man weiß, dass man nicht gleich diejenige ist, die die nächsten 5 km zur Tankstelle mit Kanister in der Hand läuft 😉

  4. wieder tolle Bilder ! Freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn ich alles live erleben kann 🙂


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