Große Illusion im Liebieghaus

Auf der Rückfahrt von Bayern zum Niederrhein habe ich mir eine Pause in Frankfurt gegönnt, um die Ausstellung „Die Große Illusion“ in meinem Lieblingsmuseum, dem Liebieghaus, anzuschauen. Das Wetter war mies, ich war müde von der Fahrt und wäre am liebsten schon zu Hause gewesen. Der Missmut verflüchtigte sich jedoch sofort im ersten Teil der Ausstellung. Es geht um die naturalistische oder veristische Darstellung des Menschen als Skulptur/Plastik seit der Antike bis heute.

Ich war wieder einmal begeistert vom Zusammenklang der Atmosphäre der alten Villa mit dem sorgfältigen Konzept der Ausstellung. Ein weiteres Ma, wie bei den vorausgegangenen Ausstellungen auch, habe ich viel gelernt, z.B. dass die Bemalung von Holzskulpturen im Mittelalter einer eigenen Zunft vorbehalten war. Vieles, was heute als Holz- oder Tonskulptur erhalten geblieben ist, war ehemals meist üppig bemalt. Reste davon sind noch zu sehen, wenn man aufmerksam gemacht wird.

Mich hat besonders fasziniert, wie von alters her große Mühe darauf verwandt wurde, die Augen natürlich wirken zu lassen. Das ist wohl das schwerste, neben den Haaren, in der plastischen Darstellung. Die Augen als solche nicht einmal, da hat man schnell Mittel und Wege gefunden mit Glasformen und aufgeschmolzenen Pupillen. Aber den Blick eines Menschen in hartem Material wiederzugeben ist eine große Herausforderung. Dieser Kampf zieht sich durch die Jahrhunderte bis in die Neuzeit und es ist sehr interessant zu sehen, welche Möglichkeiten gefunden wurden.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 8. Februar. Sie ist ganz wunderbar. Der Katalog ist genau so gut gemacht wie die Ausstellung und enthält viele Zuslatzinformationen.

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4 Kommentare on “Große Illusion im Liebieghaus”

  1. vilmoskörte sagt:

    Super, ich habe mir den Film auf der Website des Liebighauses angesehen, das macht gerade Lust, nach Ffm zu fahren.

    • karu02 sagt:

      Nur zu, Du wirst es nicht bereuen. Nebenan im Städel gibt es eine Ausstellung zu den Anfängen des Impressionismus. Die habe ich allerdings nicht anschauen können wegen Zeitmangel.

  2. Lakritze sagt:

    Nur noch eine Woche?! Danke fürs Erinnern! Beim letzten Ausflug waren wir dort nur zum Kaffeetrinken, und dann im Museum für angewandte Kunst. Frankfurt stellt mich immer vor Entscheidungsprobleme.

    • karu02 sagt:

      Das geht mir meist auch so, aber diesmal ist mir die Entscheidung nicht schwer gefallen, ich wollte diese Ausstellung unbedingt sehen.


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