Ausflug nach Innsbruck

Da die Berge sowieso nicht zu sehen waren, weil die Wolken sich in den Tälern versammelt hatten um dieses weiße Zeug auszuspucken, setzten wir uns kurzentschlossen in die Mittenwaldbahn, die Garmisch-Partenkirchen mit Innsbruck verbindet. An dieser Stadt sind wir auf vielen Reisen in den Süden, wenn der Weg über den Brenner führte, vorbeigefahren, ohne sie ein einziges Mal zu besuchen. Die Zugfahrt mutet ein wenig abenteuerlich an, weil sie an den Berghängen entlangführt und einen tiefen Blick in die Täler gewährt, ein Wolkenloch vorausgesetzt.


Vom Bahnhof aus sind es nur wenige Minuten bis zur Innenstadt, womit der Altstadtbereich gemeint ist. Ohne zu suchen gelangten wir ganz von selbst auf die Maria-Theresien-Straße, die Prachtstraße Innsbrucks mit der Anna-Säule im Mittelpunkt, errichtet aus Anlass der Befreiung von Bayern im 18. Jahrhundert. Wir waren natürlich nicht die einzigen Touristen, es hat mich jedoch erstaunt, dass offenbar alle Welt hier versammelt war, einige Sprachen konnte ich gar nicht zuordnen. Zwischen Amerika und China schienen mir alle Nationen vertreten.

Dafür war das Angebot in der Stadt jedoch wenig auf den Tourismus ausgerichtet. Lediglich zwei oder drei der Altstadtgassen boten Entsprechendes an. Was Innsbruck mit Wien und Salzburg gemeinsam hat ist die Tatsache, dass jede zweite Gasse auf ein Café zuführt, in dem es ganz sicher jeweils mein österreichisches Lieblingsgebäck gibt, den Topfengolatschen.

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Es wäre müßig, alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen. Mir hat besonders die Häuserzeile auf der anderen Innseite gefallen, zusammen mit der Farbe des Wassers. Den Stiftskeller, im Herzen der Altstadt kann ich auch empfehlen, er hat eine sehr schöne, mittelalterliche Atmosphäre, was nicht aufgesetzt oder gewollt wirkte. Man sitzt an blankgebürsteten Holztischen und bekommt österreichische Spezialitäten. Mit am Tisch saß ein französisch sprechendes Paar. Der Mann sprach auch deutsch, seine Begleiterin offenbar nur französisch. Er versucht ihr zu erklären, was man sich unter Haxen, Fritatten und Obazda vorzustellen hat.

Innsbruck wirkt weniger protzig als Salzburg und Wien. Zwischen den autofreien, alten Gassen bekommt man leicht das Gefühl, die Zeit ist stehen geblieben. Etwas Beschauliches und Gemütliches
könnte von den alten Häusern ausgehen, flöge nicht alle 30 Minuten ein Flugzeug startend oder landend über die Dächer. Nun ja, irgendwie müssen die Touristen ja hin- und wieder wegkommen.

Bestimmt sieht es bei gutem Wetter alles noch netter aus, an dem Tag war die Stadt ohne Berge ringsum, die in dicken, grauen Wolken verborgen blieben, trotzdem war sie einen Besuch wert, nur die Zeit hat mal wieder nicht gereicht für alles.

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8 Kommentare on “Ausflug nach Innsbruck”

  1. karu02 sagt:

    Gerade meldet mir WordPress, dass ich vor 6 Jahren das erste Mal einen Beitrag veröfffentlichte. Kann das denn sein, 6 Jahre? Ohne treue LeserInnen und BesucherInnen wäre es nicht so weit gekommen. Danke an alle.

    • meme sagt:

      … so lange ist das schon wieder her? Ich kann mich noch gut an Deine ersten Schritte hier erinnern. Ich habe es immer noch nicht geschafft -lese zwar oft, kann aber zu meinem Leidwesen nicht „liken“, wie das so schön neudeutsch heisst. Auf jeden Fall freue ich mich auf weitere lebenswerte und interessante Beiträge von Dir 🙂

  2. Interessanter Beitrag ! Wäre vielleicht auch für uns eine Schlechtwetteralternative 🙂
    Was bitte ist Topfengolatschen ? Topfen ist Quark, aber Golatschen ? Auf alle Fälle ist es sicher etwas was ich mag 🙂

    • karu02 sagt:

      Schau mal weiter unten in den Kommentaren. Es gibt viele Rezepte dazu im Netz, ich mag sie am liebsten mit Hefeteig.

      • danke für den Hinweis, hätte eigentlich auch selber drauf kommen können zu googeln 🙂
        Sehen auf den Bildern echt lecker aus, mmmh..das Richtige für mich.
        viel Erfolg beim backen !

  3. meme sagt:

    Golatschen/Kolatschen hat mich auch interessiert, ich hatte zuerst Topfenpalatschinken beim Überfliegen assoziiert. Bei Wikipedia gibt es viele interessante Informationen zu Herkunft und regionalen Besonderheiten. Und bei der allgemeinen Suche gibt es ungemein appetitanregende Bilder im Web.

    • karu02 sagt:

      Als ich vor 4 Jahrzehnten zum ersten mal zum Skifahren in Österreich war, hieß es – glaube ich – offiziell noch Kolatschen. Jetzt wird es wohl überwiegend mit G geschrieben. Es ist jedenfalls ein sehr beständiges Gebäck, unverändert in Form und Geschmack über so viele Jahre. Heute werde ich es zum ersten Mal selbst backen, bin noch dabei, hoffe, es klappt.


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