Storchenkinder am Rheindeich

Inzwischen werden die Störche am linken Niederrhein kaum noch beringt, weil es wieder genug Brutpaare gibt. Eines davon hat sich in Rheinberg-Wallach niedergelassen, auf dem Dach eines Bauernhofs nahe am Deich. Seitdem wählen wir den Deichweg für die Morgenrunde immer häufiger, „gucken, was die Störche machen“.

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Zunächst sahen wir nur die Elternvögel, meist in den Rheinwiesen am Deich. Dann saßen sie abwechselnd auf dem Nest. Bis wir den ersten Jungvogel zu Gesicht bekamen dauerte es bestimmt 5 Wochen. Ich habe es leider nicht notiert. In der Zeit, als sie schon geschlüpft sein mussten, war es noch einmal sehr kalt und nass. Das bringt die Jungvögel oft ums Leben. Der Besitzer des Hofes und Erbauer des Neststandes berichtete, es habe genug Futter gegeben, weil im Deichgebiet so viele junge Kaninchen vorhanden waren. Es war Mitte Juni als ich ein erstes Foto von den beiden Jungvögeln machen konnte, weil ein bisschen mehr als die Köpfe und Schnäbel zu sehen war.

Einen Monat später waren sie so groß, dass wir täglich darauf warteten, sie endlich fliegen zu sehen. Die meiste Zeit standen sie jedoch im Nest herum, putzten sich und warteten auf Futter. Kam ein Elternteil mit Leckereien, war die Aufregung und das Geflatter groß. Offenbar vertragen sich die beiden Jungvögel gut, es sind Bruder und Schwester. Die Schwester ist etwas zierlicher und kleiner.
Der Vater wurde in Belgien beringt, die Mutter ist ohne Kennzeichen.

Gestern hatte ich Glück und konnte den Vater bei der Fütterung beobachten, vorher war er noch eben im Baumarkt und hat Nestverstärkung besorgt, weil der Sturm vor 3 Tagen offenbar Schäden verursachte. Erst wurde ausgebessert, dann gefüttert.

Heute nun sah ich den männlichen Jungstorch zum ersten Mal fliegen bis auf die Eselwiese. Leider war ich zu weit weg, um das einfangen zu können. Der Esel wollte ihn dort nicht dulden, also flog er zum Nest zurück. Die Schwester schaute zu. Auch für sie wird es Zeit zum Training. Wenn ich 2.000 km fliegen sollte, würde ich mehr als einen Monat Training brauchen.


6 Kommentare on “Storchenkinder am Rheindeich”

  1. Dina sagt:

    Oh wie herrlich! Tolle Aufnahmen, so süüüüss die kleine Mümpelchen!

  2. Susanne1 sagt:

    In Dinkelsbühl brütet seit vielen Jahren ein Storchenpaar, welches den Ort gar nicht mehr verlässt. Da gibt es dann im Winter auch schon einmal Bilder vom Storch im Schneehemd.

    • karu02 sagt:

      Störche im Schnee? Da wäre ich auch mit der Kamerea hinterher, wird es am Niederrhein aber wohl nicht geben, im September sammeln sie sich und fliegen weg.

  3. Lakritze sagt:

    Woher weißt Du so gut über die Beringung Bescheid? Ich hätte auf Bayern getippt …

    • karu02 sagt:

      Wieso Bayern? Ich habe die Info aus zweiter Hand, der Bauer, auch Erbauer des Storchenstandes auf seinem Dach, hat die Info von den Vogelschützern. Ich selbst erkenne nur die Zahlen 1323 auf der Markierung.


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