Bolsward in Friesland

Beinahe hätten wir, ohne Absicht, alle elf friesischen Städte besucht, die an dem Eisschnelllauf-Marathon zuletzt 1997 teilnahmen. Aufgefallen ist es uns in Bolsward, dort sahen wir die vollständige Liste (nachzulesen hier) und bemerkten das Fehlen von dreien der beteiligten Städte in unserer friesischen Erkundungstour. Ich hoffe, wir können das noch nachholen, alle anderen acht Städte haben mir ausnehmend gut gefallen. Hier die, die uns noch fehlen: Stavoren, Hindeloopen , IJlst.

Da wir in allen in Friesland besuchten Städtchen immer von Wasserläufen umgeben waren, wurde uns nun erst richtig bewusst, dass sie auch alle miteinander verbunden sind. Man kann mit einem Ruderboot von einer Stadt zur anderen gelangen. Mit Schlittschuhen bei zugefrorenen Kanälen und Grachten ist das sicher ein besonderer Spaß. Leider friert es so stark nicht mehr und ich würde mich wahrscheinlich auch nicht mehr auf Schlittschuhe trauen. Statt dessen wird von diesen Städtchen nun eine Radtour entlang den Wasserstraßen angeboten, was mir empfehlenswert erscheint. Diese Radtour beginnt und endet in Bolsward. Ungeachtet dessen wird jeden Winter aufs Neue das Eis auf den Grachten im Auge behalten.

Die erste Siedlung entstand vor etwa 2.000 Jahren, Stadtrechte erhielt Boalsert, wie es friesisch heißt, im Jahr 1455 und war somit Hansestadt. Das Rathaus zeugt von der blühenden Vergangenheit, die sich auf Textilindustrie, Butter- und Käsehandel begründete. Es gab einen Einbruch nach einer Viehsuche und einen Rückgang der Einwohnerzahl.

Man braucht keinen Stadtplan, um im alten Ortskern alles Sehenswerte zu erreichen. Vom Rathaus, welches als schönstes der Niederlande bezeichnet wird, mit dem man eine Weile zu tun hat, will man die vielen figürlichen Einzelheiten betrachten, führt eine kleine Straße an der Gracht entlang zur Martinikirche, bezeichnet als „Dom des Nordens“.

Der gotische Kirchenbau war ursprünglich römisch-katholisch und gehört jetzt zur Reformierten Kirche. Die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert weckt Interesse durch ihre Schnitzereien, die die vier Jahreszeiten darstellen. Bis dahin hatte ich noch nie Muscheln an einer Kanzel gefunden. Auch beim Chorgestühl gab es einiges zu studieren und zu rätseln.

Wir hätte noch die Brauerei und eine Destillerie besuchen können. Das Wetter war jedoch zu schön, so ließen wir es uns entlang der Grachten und in einem der Cafés gut gehen.



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