Erntedank

DSC09880

Knapp vor dem früheren Einbruch der Dunkelheit und vor dem Ende des Oktobers sind alle Äpfel von den Bäumen gepflückt und geschüttelt, eingelagert, zur Kelterei gebracht, zu Konfitüre und Gelee verarbeitet, in Scheiben eingekocht, verschenkt und – was faul war, in der Grube versenkt. Insgesamt haben wir 2.100 kg Streuobst zur Kelterei gebracht, davon 110 kg Quitten. Noch mal 50 kg Quitten wurden verschenkt und verarbeitet. Der Gelee ist in diesem Jahr besonders gut, die Früchte hatten viel Säure. Allerdings waren sie auch gesprenkelt mit den unschönen schwarzen Tupfen und wurden innen schnell braun.
Die beiden Boskop-Bäume haben dieses Jahr gestreikt. Insgesamt sind 12 Früchte von beiden Bäumen übrig geblieben. Sie bringen normalerweise gemeinsam 600 kg auf die Waage. Ich war nicht böse darüber. Es ist nur schade, weniger Lageräpfel im Keller zu haben, nicht alle halten so lange wie der Boskop.

Alles andere Obst, Zwetschgen, Kirschen, Mirabellen, Birnen habe ich so nebenbei eingesammelt und verarbeitet, es war nicht so viel wie sonst. Bei den beiden frühen Kirschbäumen sorgen die Vögel für die Ernte. Die späteren Bäume sind noch jung und lassen sich per Netz schützen. Die Ernte reichte noch nicht aus für Konfitüren usw. Alles Pflaumenähnliche wuchs in diesem Sommer spärlich.

DSC09554 1

Von den Nüssen kann ich das nicht behaupten, sie hören gar nicht mehr auf mit dem Abwerfen. Allerdings schimmeln sie schnell, weil es so feucht war zum Schluss. In einer Zeitschrift fand ich dieses geniale Gerät, dem Erfinder gilt mein besonderer Dank. Es entlastet deutlich meinen Rücken und funktioniert sogar im relativ hohen Gras, nur nicht, wenn zu viele Blätter auf den Nüssen liegen.

DSC09985 1

Nachdem die Früchte geerntet waren, ging es plötzlich sehr schnell. Die Blätter rieselten unablässig und nun ist die Obstwiese fast kahl. Nur die Mispeln warten noch auf den Reifeprozess, sie brauchen Frost um genießbar zu werden.

Mispel

Mispel

Nun steht noch Herbstarbeit im Garten an, teilen, umpflanzen, schneiden, Laub beseitigen.
Dann kommt endlich der Winter. In diesem Jahr freue ich mich darauf in der Hoffnung, etwas mehr Zeit und Muße zu haben.


10 Kommentare on “Erntedank”

  1. Dina sagt:

    Ein toller Herbstbeitrag. Das erste Foto ist wunderschön!
    Ein gruseliges Halloween-Wochenende wünschen wir vier aus Norfolk,
    Dina & co

  2. vilmoskörte sagt:

    Zwei Tonnen Obst, alle Achtung, das gibt 1000 Flaschen Saft, machst du einen Laden auf?

    • karu02 sagt:

      Das fehlte auch noch! Alles nach der Ablieferung übernimmt die Kelterei für uns. Den Saft kann man sogar in Berlin kaufen, im von Streuobstwiesen-Apfelsaft von van Nahmen ist auch immer etwas von unseren Äpfeln enthalten. Es gibt inzwischen auch sortenreinen Saft, z.B. u.a. vom Kaiser Wilhelm Apfel, Boskop und Sternrenette. Mir schmeckt der Streuobstwiesensaft am besten.
      Reich wird man mit der Sammelei allerdings auch nicht. Ich betrachte es als Ehrenamt und Landschaftspflege. Das Obst ist garantiert Bio-Obst ohne jedes Spritzmittel. Belohnt werden wir mit viel Vogelgesang und Unmengen nützlicher Insekten.

      • vilmoskörte sagt:

        Van Nahmen ist sehr gut, dafür muss man aber auch etwas tiefer in die Tasche langen. Aber wenn da auch Saft von Äpfeln drin ist, die auf deinen Ländereien gewachsen sind, ist er es natürlich doppelt wert. Ansonsten wachsen um Berlin herum auch viele Äpfel, die gute Säfte abgeben, teils auch sortenrein, wie beim Eschenbräu im benachbarten Wedding.

  3. richensa sagt:

    Hui, da ziehe ich alle meine Hüte bei so viel Ernteglück! Das Walnussding hätte ich auch gerne gehabt: im Tantengarten gab es sehr viele Nüsse dieses Jahr….

    • karu02 sagt:

      Ja, hier auch und wir haben 6 große Walnussbäume. Ich las letztens, dass sie in ihrem 40. Jahr auf dem Höhepunkt der Produktion sein sollen. Die Bäume standen schon hier, also vor 20 Jahren als wir einzogen. Ich nehme an, sie sind jetzt gerade 40 geworden, weil solche Mengen haben sie noch nie abgeworfen.

  4. Wie schön und was für eine reiche Ernte! Ich kann es um so mehr schätzen, ich habe jetzt gemerkt, dass ich wieder rohe Äpfel essen kann, das ging jahrelang nicht. Hier hörte ich auch, dass Äpfel dieses Jahr deutlich weniger sind. Und der Nussbaum bei meinem Vater im Garten wirft fast gar nichts mehr ab, der ist aber auch deutlich älter als 40 Jahre, der leidet vermutlich schon an Altersschwäche.

    • karu02 sagt:

      Ja, es gibt einige Ausfälle, wie z.B. der Boskop, der auch an unseren Bäumen nur zwei Handvoll Früchte trug. Die Walnüsse tragen sehr unterschiedlich viele Nüsse, letztes Jahr gab es nur die Hälfte vom diesjährigen Ertrag. Allerdings auch weniger Laub.🙂


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s