Zauberhandschuhe

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Wegen des Projekts von Herrn Wortmischer habe ich überlegt, welches meine Lieblingskleidungsstücke sind. Dies hier zuerst:

Diese Geschichte klingt unwahrscheinlich, ich weiß. Es geht um Gartenhandschuhe, nicht irgendwelche aus dem Baumarkt, sondern richtig gute Kalbslederhandschuhe, die ich im Nachbarland erworben hatte, weil sie sich sofort ganz ausgezeichnet mit meinen Händen verständigen konnten, sich anschmiegten wie eine zweite, weniger empfindliche Haut und alle Bewegungsfreiheit ließen, die bei der Gartenarbeit nötig ist.

Den Sommer trug ich sie bei der Arbeit im Obstgarten, sehr Schmutziges mutete ich ihnen nicht zu, obwohl sie waschbar sein sollen. Trotz ihrer Weichheit widerstanden sie den hinterlistigen Stacheln des Weißdorns und den ebenso lästigen Dornen der Brombeeren.

Beim Obstauflesen schützten sie zuverlässig vor Wespenattacken und scheuten nicht vor faulem Obst zurück. Splitter musste ich in diesem Sommer nicht aus den Fingerspitzen entfernen und die Haut meiner Hände wies nicht so tiefe Riefen auf, wie gewöhnlich nach einem arbeitsreichen Sommer.

Zauberhandschuhe

Gegen Ende der Erntezeit erwischte ich die Handschuhe dabei, dass sie sich schon vor mir auf den Weg zur Obstwiese gemacht hatten und den einen oder anderen Korb bereits gefüllt. Sie hatten sich alles gemerkt, was wichtig ist, das Obst behutsam in die Körbe , von Vögeln angepicktes oder sonstwie beschädigtes in einen Extrabehälter legen, faules Obst in den Eimer. Von da an musste ich nur noch hin und wieder nach dem Rechten sehen und durfte die restliche Ernte getrost den Handschuhen überlassen.

Ich bin gespannt, was nach der Winterpause geschehen wird. Sie liegen im Gartenschrank und ruhen sich aus. Ein kleines, durch meine Unachtsamkeit entstandenes Loch im Mittelfinger habe ich liebevoll geflickt. Zum Sägen im Winter ziehe ich robustere Handschuhe an, auch damit den Ledernen nichts geschieht. Vielleicht sollte ich Handschuh-Ausbilderin werden, Bedarf besteht bestimmt.

 

 

 

 


7 Kommentare on “Zauberhandschuhe”

  1. kormoranflug sagt:

    Es gibt immer wieder eine neue Profession.

  2. Wortmischer sagt:

    Danke sehr! – Ich glaube, solche Handschuhe könnte ich auch ganz gut gebrauchen, wenn auch weniger für Gartenarbeit (mein Freigelände beschränkt sich auf eine kleine Dachterrasse) sondern für die vielen kleinen Nebentätigkeiten im Büro, die meine Zeit auffressen und für unbezahlte Überstunden sorgen: Störungsbeseitigung an Kopiererraumschiff und WLAN-Routern, Hilfestellung beim Bedienen schwieriger Gerätschaften (zum Beispiel beim Anschalten von PCs), Schließdienste (auf und zu), Notfallverpflasterung für Gefallene, …

    • karu02 sagt:

      Ich kann ja mal probieren, ob Innenraumhandschuhe sich auch ausbilden lassen, die könnte ich nämlich zusätzlich ebenfalls gebrauchen. Bei Erfolg gebe ich Bescheid.

  3. Lakritze sagt:

    .)) Die hohe Schule sind dann Baseball-, Butler- und OP-Handschuhe.

  4. […] von Rosenherz Zauberhandschuhe von Frau […]

  5. ich find das Bild soo toll, ich könnte es ewig anschauen. Wenn ich diese Handschuhe anschaue, bin ich mir auch sicher, dass die mit anpacken.

  6. oachkatz sagt:

    Sobald die ersten Ausbildungen starten, kaufe ich mir welche und schicke sie zu Dir.


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