Weiden schneiden

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So sollten sie aussehen bei regelmäßigem Schnitt

Die Pappeln und die Kopfweiden sind für den Niederrhein das, was die Zypressen für die Toscana sind. Mit den Pappeln und den Kopfweiden verhält es sich ähnlich, sie sind aus dem Landschaftsbild am Niederrhein nicht wegzudenken.

Die Pappeln können sehr alt werden, zwischen 100 und 200 Jahre, je nach Standort, sind durchaus möglich. In unseren Breitengraden schaffen sie das Alter nicht immer, sie faulen manchmal von innen oder werden durch Stürme oder Blitzschlag umgeworfen. Pappeln stehen zwar ringsum genug, aber nicht auf unserem Grundstück. Außerdem müssen sie nicht geschnitten werden.

Neben den Obstbäumen wachsen am Bach, ein paar Meter vom Haus entfernt insgesamt zwölf Weiden, die vor unserer Zeit als Eigentümer zu Kopfweiden geschnitten wurden und nun dieser Prozedur immer wieder unterzogen werden müssen. Weiden wachsen relativ schnell und geraten durch die in die Höhe getriebenen Äste sozusagen aus dem Gleichgewicht. Wenn das Gewicht oben zu groß wird, brechen sie auseinander. Umgestürzte und hohle Weiden sind für die Tierwelt sehr interessant. Hin und wieder soll es deshalb auch so sein, schon damit die Fledermäuse noch Unterkünfte finden. Aber nicht bei allen Bäumen.

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Auf unserem Grundstück stehen sechs Weiden auf jeder Bachseite, was die Sache schwierig macht, da es nur etwas weiter entfernt einen Bachübergang gibt für das Vieh und den Trecker. Schwierig ist es deshalb, weil eine Seite als Standfläche wegfällt. Beim Sägen ist ein sicherer Stand wichtig. Für diesen Winter habe ich mir nur die eine Bachseite vorgenommen und auch nicht alle Bäume auf einmal. Zwischen den Weiden musste auch der wuchernde Holunder kräftig beschnitten werden. Auf der gegenüberliegenden Bachseite gibt es hinter den Weiden nur Acker- und Wiesenflächen. Dort halten sich gerne die Wintergänse, die grauen und weißen Reiher und hin und wieder Rehe auf. Auch das Bussardpaar hat dort sein Revier. Während meines täglichen Aufenthaltes „im Graben“ konnte ich auch einen Eisvogel beobachten, der knapp über der Wasserfläche den Bach entlang flog. Nutrias haben hier auch ihren Wohnsitz.  Wenn alles zugewachsen ist, sehe ich nichts davon.
Da ich das Sägen an den Obstbäumen schon üben konnte, traute ich mir das Weidenschneiden nun auch zu, zumal es da nicht so sehr darauf ankommt, sie sind robust und schlagen auf jeden Fall wieder aus, auch wenn der Schnitt mal nicht so erstklassig ausfällt. Mein Problem: Ich kann nicht freihändig auf der Leiter stehend arbeiten, weil ich nicht schwindelfrei bin.
Ich verfüge über eine Akku-Kettensäge mit langem Stiel, über zwei mechanische Astsägen, eine sehr scharfe Klappsäge sowie eine große und zwei kleine Astscheren. Muskeln habe ich auch ein paar durch ganzjährige Gartenarbeit. Trotzdem war es mit den Weiden nicht so einfach, wie gedacht. Die Äste hatten nach 5 Jahren nun schon einen Durchmesser von 20 bis 30 cm und eine Höhe von 3 bis 4 Metern. Das Weidenholz ist elastisch und spröde zugleich. Wenn die Äste im oberen Bereich zwischen den anderen hängen bleiben, federn sie gefährlich zurück. Wenn sie senkrecht stehen, fallen sie evtl. auch senkrecht herunter statt seitlich wegzukippen.

 


Es gilt also mit großer Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu Werke zu gehen. Nach und nach gelingt es immer besser, ein paar Tricks habe ich auch herausgefunden, z.B. den Ast so weit anzusägen, dass der Wind den Rest erledigen kann, wenn ich nicht mehr darunter stehe. Einige der schweren Äste stürzten auch ins Bachbett und bohren sich tief in den schlammigen Boden oder fielen zur anderen Seite und hängten sich dort in den Ästen der anderen Bäume fest. Jeden Tag gab es ein anderes Problem, manchmal nicht sofort zu lösen. Ein paar mal blieben umschöne Stumpen stehen, weil ich die Säge nur in einer Richtung ansetzen konnte. Da mussten dann die Handsäge und die Leiter zum Einsatz kommen. Alle Problemfälle habe ich lösen können, nur einen nicht, der hängt noch immer in einer Gabel ganz oben fest und lässt sich nicht herunterziehen. Jetzt warte ich auf den angekündigten Sturm, der erledigt das vielleicht. Was jetzt noch an Ästen vorhanden ist, muss jemand mit der großen Kettensäge herunter holen. Das traue ich mir nicht zu und es wäre wirklich zu gefährlich.

Es liegt jetzt viel Holz im Graben, entastet habe ich immer gleich, zum Ausruhen von der schweren Sägearbeit, die Stämme müssen noch zerteilt werden und das Astzeug geschreddert. Wie ich das auf der anderen Bachseite machen soll, weiß ich noch nicht. Der Boden ist zu nass, um mit Fahrzeug und Hänger den Abtransport vorzunehmen. Das Kabel vom Schredder reicht nicht über den Bach. Mal sehen. Der Wind wird das nicht wegtragen.

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Es liegt jetzt viel Holz im Graben, entastet habe ich immer gleich, zum Ausruhen von der schweren Sägearbeit, die Stämme müssen noch zerteilt werden und das Astzeug geschreddert. Wie ich das auf der anderen Bachseite machen soll, weiß ich noch nicht. Der Boden ist zu nass, um mit Fahrzeug und Hänger den Abtransport vorzunehmen. Das Kabel vom Schredder reicht nicht über den Bach. Mal sehen. Der Wind wird das nicht wegtragen.
Ich bin froh, das bisher alles geschafft zu haben. Danach kommt der Obstbaumschnitt an die Reihe. Das wurde in den letzten beiden Jahren gründlich erledigt, ich hatte fachkundige Hilfe. Daher wird es dieses Jahr nur ein Beschneiden sein, eine Leichtigkeit verglichen mit dem Weiden schneiden.

 

 


6 Kommentare on “Weiden schneiden”

  1. Lakritze sagt:

    Au-ha: deshalb die Arbeitshose.
    Hut ab.

  2. genau, dafür ist die Arbeitshose, war auch mein erster Gedanke!

  3. oachkatz sagt:

    Ich bin voller Bewunderung.

  4. walterlenz sagt:

    karu ist nur die Chronistin des Niederrheins, sondern auch deren Landschaftsgärtnerin. Kompliment.

  5. Lucy Graf sagt:

    Hut ab! und schön ist es bei dir.

  6. zeilentiger sagt:

    Die Schönheit des Gewöhnlichen. Mir gefällt das immer wieder sehr.


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