Überfülle

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Gestern morgen erwartete mich diese Überraschung auf der Obstwiese. Zuerst war nur die rechte Seite gebrochen, zwei Stunde später brach auch die Krone aus dem Baum. Es ist einer von zwei Boskop-Bäumen. Ich hatte schon vorher Befürchtungen, zumal von der Obstkelterei Hinweise verschickt wurden, was man gegen die Überfülle tun soll. Die Bäume sind zu hoch, um sie abstützen zu können. Über den Hinweis, eine Handbreit Platz zwischen den einzelnen Äpfeln zu schaffen, indem man die dazwischen heraus pflückt, konnte ich nur lachen. Ich habe schließlich kein Personal für so was.

Inzwischen sah ich in der Umgebung drei weitere Boskop-Bäume in diesem Zustand. Die Früchte werden noch doppelt so schwer, es ist also noch mehr Baumbruch zu erwarten. Den zweiten Baum habe ich tüchtig geschüttelt, so dass beschädigte Äpfel herunter fielen. Die unbeschädigten sitzen fest genug am Stiel, denen schadet das Schütteln nicht. Heute habe ich, um den Bruchbaum zu retten, überflüssiges Laub herausgeschnitten, damit das Gewicht (vor allem bei Regen und Wind) schon mal wegfällt.Die (zu) großen Wunden versiegelte ich mit Baumwachs, damit es nicht zu Pilzbefall kommt. Es ist so schade um den schönen, gut gepflegten Baum. Unsinnig von der Natur, die Bäume so dicht zu bestücken, dass sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen.Was ist denn das für eine Misswirtschaft!  Jetzt gilt es, die unreifen Äpfel zu entsorgen und das Holz zu sägen, zu zerschneiden und zu schreddern. Das war so nicht vorgesehen. Ich fange an, mich auf den Winter zu freuen.

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Bitte Daumen drücken, dass der zweite Baum verschont bleibt. Er ist etwas kleiner und hat nicht so weit ausladende Äste, aber er hängt viel voller, als auf dem Foto zu sehen ist.


7 Kommentare on “Überfülle”

  1. walterlenz sagt:

    Liebe Karu, da ich weiß, wie viel Liebe du in deinen Obstgarten steckst, macht mich das aus der Ferne betroffen. Und da ich ein ausgewiesener Boskop-Fan bin, geht mir das noch näher. Bei den ersten Lesezeilen habe ich gedacht: abstützen. Aber das geht ja wohl nicht. Ich drücke beide Daumen, dass der zweite Baum verschont bleibt.

  2. kormoranflug sagt:

    Grosse Äpfel – kannst Du die nicht verarbeiten: Saft pressen lassen oder Mus?

    • karu02 sagt:

      Die Äpfel sind noch nicht reif, sie brauchen noch bis Ende September. Sie schmecken nicht, wenn sie unreif sind, weder als Saft noch als Mus. Sie sind noch so herb und sauer, dass sich die Zunge kräuselt.

  3. richensa sagt:

    Oh, da blutet mir auch das Herz, wenn ich das sehe! Im Tantengarten und auch in meinem halben Schwesterngarten purzeln die Äpfel, weil die Bäume entweder zu eng stehen oder seit Jahren nicht ausgeschnitten sind… Ich habe unter den Nicht-Bosköppen einiges aufgelesen, und probiere morgen zu entsaften für Gelee.

  4. karu02 sagt:

    Richtig reif sind jetzt nur die sehr frühen Sorten, wie Klarapfel und Schöner aus Bath. Die anderen, die herunterfallen, sind meist beschädigt, z.B. durch Maden. Reif – aber das weißt Du sicher – sind die Äpfel erst, wenn die Kerne braun sind. Vorher muss man sich die Mühe der Verarbeitung nicht machen, weil auch der Gelee von unreifen Äpfel nicht besonders gut schmeckt.

  5. Lakritze sagt:

    Oweh! Wie schade um den Baum und die viele Arbeit, die er Dir schon gemacht hat.

  6. zeilentiger sagt:

    „Ich fange an, mich auf den Winter zu freuen.“ Ein Satz, den im Sommer zu hören mich erschrecken könnte. Er hat mich trotzdem zum Lächeln gebracht. – Dem zweiten Baum alles Gute!


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