Die Große Düsseldorfer

Im letzten Jahr habe ich die Ausstellung leider versäumt. Heute war an Arbeit draußen nicht zu denken, den ganzen Tag strömte dieser kalte Regen vom dunkelgrauen Himmel. In Museumsräumen sieht und merkt man nichts davon. Dieses Mal wurde außer Kunst in unterschiedlichsten Formen noch etwas geboten, was mich auf der einen Seite ablenkte, auf der anderen neu hinlenkte zu den Kunstwerken.

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Es waren Kinder anwesend, viele Kinder und meistens auf dem Boden und außerdem hochkonzentriert. Wo findet man das sonst noch? Trotz ähnlicher Haltungen sind sie doch mit unterschiedlicher Intensität beim Werk gewesen, manche still für sich, andere in Zweiergemeinschaft oder in größeren Gruppen. Die Gruppen waren am wenigsten konzentriert, auch gab es den Hang, nicht selbst genau auf das Bild zu schauen, sondern zu gucken, wie es der Nachbar macht. Für mich als Betrachterin sowohl der Szenen auf dem Boden als auch der Bilder, um die es ging, ergab sich jeweils eine neue Fragestellung. Was interessiert dieses Kind an diesem Bild? Einige hatten sich recht komplizierte Kunstwerke ausgesucht und versuchten, das Gesehene mit anderen Mitteln als der Künstler wiederzugeben.  Gar nicht so einfach und häufig auch eine neue Interpretation.

Die beiden Jungen, die ich anfangs für erschöpft und schlafend hielt, waren ernsthaft bei der Arbeit. Aus dieser Perspektive musste das Bild völlig anders wirken, als aus meiner stehenden. Ich habe noch nie versucht, im Liegen zu zeichnen, aber jetzt mache ich das mal. Ein bisschen war ich neidisch auf die Unbekümmertheit der Kinder. Man stelle sich vor, ich legte mich im Museum auf den Boden und kopierte ein Bild. Was würde wohl passieren? Zunächst werde ich es aber sicherheitshalber zu Hause ausprobieren. Jedes der Kinder hätte übrigens das Bild mit einem individuellen Fußabdruck signieren können. Wann kriegt man schon mal so viele Sohlen zu sehen. Erstaunlich war außerdem, dass die Farben der Kleidung der Kinder jeweils zum Bild passten.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. März 2017. Ich finde, es lohnt sich, sie ist sehr anregend, es gibt neben anderem viele sehr gute Fotoarbeiten.

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5 Kommentare on “Die Große Düsseldorfer”

  1. walterlenz sagt:

    Das muss eine interessante Erfahrung gewesen sein.

  2. richensa sagt:

    Derartige Hingabe spricht für ausgezeichnete Lehrer oder/und Museumspädagogen! Toll!

  3. Lakritze sagt:

    Bei den Bildern möchte man gleich auch auf den Boden und mitmalen. Toll!


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