Augen- und Ohrenfreuden

Ohrenfreuden

Heute morgen erreichte ein besonderer Klang meine vom Wind tiefgekühlten Ohren, ein unverkennbares,  durchdringendes Schlagen gefolgt von einem in der heimischen Vogelwelt einmaligen hellen, lieblich lockenden Triller. Die Nachtigall ist wieder da! Etwa weiter hinten, nicht direkt am Freizeitsee hörte ich eine zweite. Die Freude ist genau so groß wie beim Erkennen des Lerchengesangs, der sehr viel früher, fast noch im Winter, für Ohrenfreuden sorgt. Dazwischen liegt das Auftauchen der kunstfliegenden  Kiebitze, mit ihren lustigen Rufen, die treu wiederkehren, obwohl sich dieBrut-Bedingungen z.B. durch Maisanbau von Jahr zu Jahr verschlechtern. Nicht zuletzt der Ruf des letzten der Winterausreisenden,  des Kuckucks, ein bisschen ordinär und ein bisschen früher als sonst. Er hat es offenbar gemerkt, dass er im Süden nicht zu lange trödeln darf, sonst ist hier das Brutgeschäft schon fast vorbei. Obwohl es nicht als Gesang bezeichnet werden kann, freut mich auch das, zumal er ganz in der Nähe des Hauses wohnt, so dass ich trotz Kälte sicher sein kann, es ist jetzt Frühling.

Winterwolle im Angebot

Immer wenn ich meine Kamera einmal nicht dabei habe, gibt es einen Grund, das zu bedauern. Vorgestern zum Beispiel. Ich hatte gerade die ersten Rosen bei meinem Lieblingsblumenhändler erstanden, weit draußen zwischen den Ortschaften. Nebenan befindet sich eine Weide für ein Lama und ein Pony. Das Lama hielt sich im Stall auf, kalt wie es draußen zur Zeit ist, das Pony stand ungewohnt regungslos mitten auf der Wiese, etwas Dunkles bewegte sich auf seinem Rücken. Eine Dole zupfte an des Ponys Fell, flog weg, abgelöst durch eine zweite Dole. Ich ging etwas näher heran und stellte fest, dass die beiden Vögel dem Pony die Winterwolle entwanden. Das wird ein Luxusnest! Dem Pony war es recht, es weiß ja, bald wird es warm.

 

Advertisements

3 Kommentare on “Augen- und Ohrenfreuden”

  1. Philipp Elph sagt:

    Das mit der Kamera passiert mir auch ab und zu. Richtig ärgerlich ist es jedoch, wenn man die Kamera dabei hat, ein einmaliges Motiv sieht, denkt: Das kommt schon wieder – und weiterfährt, statt den nächsten Parkplatz anzufahren und ein paar Schritte zurückzugehen. Ich ärgere mich heute noch, dass ich die Anstreicher, die an einem riesigen Tank ihre Arbeit verrichteten, damals nicht fotografiert habe.

  2. Lakritze sagt:

    Oh, das Bild ist aber auch ohne Foto ganz schön. Ich wußte weder, daß Vögel in unseren Breiten so was machen, noch, daß Ponys da so dudsam sind. Vielleicht ziept es ja bei Pferden nicht so wie das Kämmen bei Menschenkindern …


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s